Ministerpräsident Weil wird mit Forderung nach Stilllegung der Atomanlagen in Lingen konfrontiert


Bildmontage: HF

25.02.18
BewegungenBewegungen, Umwelt, Niedersachsen 

 

Von BBU

Anlässlich einer internen SPD-Veranstaltung in Nordhorn (Landkreis Grafschaft Bentheim / Niedersachsen) wurde am Wochenende der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) mit der Forderung nach sofortiger Stilllegung des Atomkraftwerkes Lingen 2 sowie der benachbarten Brennelemenentefabrik in Lingen konfrontiert.

Vor Beginn der Veranstaltung konnte Christina Burchert vom Arbeitskreises Umwelt (AKU) Schüttorf mit Ministerpräsident Weil sprechen und ihm im Namen von mehr als 300 Initiativen, Verbänden und Parteigliederungen die Lingen-Resolution übergeben. In der Resolution wird die sofortige Stilllegung der beiden emsländischen Atomanlagen gefordert. Ministerpräsident Weil versprach die Resolution zu lesen.

„Es wird Zeit, dass sich auch der niedersächsische Ministerpräsident deutlich positioniert und sich mit Umweltminister Olaf Lies in Hannover sowie bei der Bundesregierung für die rechtssichere Schließung des AKW Lingen 2 und der Brennelementefabrik einsetzt. Zudem fordern der AKU Schüttorf und der BBU, dass der Ministerpräsident sich für einensofortigen Exportstopp von Kernbrennstoffen aus Lingen an die Pannen-Reaktoren in Belgien und Frankreich einsetzt", so Christina Burchert.

Über 300 Organisationen unterstützen die Lingen-Resolution

Gerade in den letzten Monaten nach der Bundestagswahl konnten zahlreiche Organisationen zur Unterzeichnung der Lingen-Resolution gewonnen werden.

Bis Ende Januar 2018 hatten insgesamt 304 Organisationen die Resolution unterschrieben. Auch weiterhin sind Initiativen und Verbände aufgerufen, sich der Resolution anzuschließen. Den Resolutionstext findet man unter http://bbu-online.de.

Direktlink:

http://bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-Resolution%202018.pdf

Neue Unterstützungserklärungen können formlos an udo.buchholz@bbu-bonn.de gesendet werden.

Der AKU Schüttorf betont, dass bei den Atomanlagen in Lingen mit dem nahe gelegenen Bombenabwurfplatz in Nordhorn-Range ein besonderes Gefahrenpotential gegeben ist. Die Notfallpläne sind veraltet, ständig rollen Atomtransporte durch die Region, es wird weiterhin Atommüll produziert, für den es keine Lösung gibt – und der Atomstrom verstopft die Netze und blockiert somit umweltfreundlichere Energiequellen.

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) weist darauf hin, dass inzwischen der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU),den Export von frischen Brennelementen aus Lingen ablehnt.

„Im Gegenzug wäre es passend, wenn sich Ministerpräsident Weil gegen Uranexporte aus der westfälischen Uranfabrik in Gronau aussprechen würde. Die beiden Uranfabriken in Gronau und Lingen sind zwingend im Sachzusammenhang zu sehen. Beide unterliegen keinen Laufzeitbegrenzungen, das widerspricht dem auf Bundesebene beschlossenen Atomausstieg – der insgesamt noch beschleunigt werden muss“, so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Weitere Proteste in Lingen geplant

Am 11. März 2018, dem 7. Jahrestag des Beginns der Atomkatastrophe in Fukushima (Japan), findet in Lingen eine Mahn- und Gedenkveranstaltung statt, mit der auch die Forderung nach Stilllegung der Atomanlagen in Lingen unterstrichen werden soll. Der Elternverein Restrisiko Emsland, die BUND-Kreisgruppe Emsland sowie das Anti-Atom-Forum Emsland veranstalten von 18.00 Uhr bis 18.30 Uhr einen Schweigekreis am Alten Rathaus in Lingen. Auch der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf ruft zur Teilnahme auf. Und für den 9. Juni 2018 planen Anti-Atomkraft-Initiativen erneut eine überörtliche Anti-Atomkraft-Demonstration in Lingen.

Weitere Informationen unter https://www.facebook.com/AKU.Schuettorf,

http://www.bbu-online.de







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