Berliner Wassertisch: Maude Barlow überreicht Berlin "Blue Community"-Zertifikat

23.10.18
BewegungenBewegungen, Umwelt, Berlin, News 

 

Von Berliner Wassertisch

Die deutsche Hauptstadt ist mit der heutigen Überreichung des  "Blue Community"-Zertifikats ganz offiziell zur "Blue Community" geworden.

Maude Barlow, weltweit bekannte Wasseraktivistin, Trägerin des alternativen Nobelpreises und Initiatorin des globalen Wasserprojekts, ist eigens nach Berlin gekommen, um dem Berliner Senat, vertreten durch Senatorin Regine Günther, das Zertifikat des Council of Canadians zu überreichen. Berlin ist damit nach Bern und Paris die dritte „blaue“ Hauptstadt Europas.

Bereits am 22. März, dem Weltwassertag 2018, hatte sich Berlin durch Beschluss des Abgeordnetenhauses zu den Grundsätzen einer "Blue- Community", die die Anerkennung von Wasser als Menschenrecht und den Erhalt des Wassers als öffentliches Gut erfasst, bekannt.

 

Damit vollendet die Koalitionsregierung, was auf Anregung des Berliner Wassertischs im März  2017 begann, als Maude Barlow durch Vermittlung von Dorothea Haerlin im Berliner Abgeordnetenhaus einer interessierten Öffentlichkeit das vom Council of Canadians entwickelte „Blue Communitiy“-Projekt vorstellte. Barlow führt als Vorsitzende des Council of Canadians, der größten zivilgesellschaftlichen Vereinigung Kanadas, die Initiative "Blue Community" an.

 

Bei der Zertifikatsübergabe am Trinkwasserbrunnen im Park am Gleisdreieck wurde deutlich, dass die Umsetzung der Blue Community-Ziele Herausforderung und Aufgabe sein wird, dass dafür aber auch sehr viel innovatives und kreatives Potenzial in der Stadt vorhanden ist, das seine Beteiligung einbringen möchte.

 

Dazu Dorothea Haerlin, Mitbegründerin des Berliner Wassertischs: "Ein erstes Zeichen ist gesetzt durch den Parlamentsbeschluss, auch die Berliner Wasserbetriebe, hier vertreten durch ihren Vorstandsvorsitzenden Jörg Simon, sind  jetzt stärker als bisher in der Pflicht. Aber es liegt auch an uns, den Initiativen, das Projekt umzusetzen. Deshalb spreche ich hier nicht nur für den Berliner Wassertisch, sondern auch für viele andere, die für das öffentliche Gut Wasser aktiv sind und in "Blue Community" eine Chance sehen: Die einen, a tip:tap, setzen sich verstärkt für das Trinken von Leitungswasser statt Flaschenwasser ein, andere, wie Flussbad Berlin, legen den Schwerpunkt auf eine saubere Spree, wieder andere, wie Ecotoilets, kümmern sich um ökologische Toiletten. Ganz besonders wichtig ist, dass durch die Beteiligung des Weltfriedensdienstes, von Brot für die Welt und dem Forum für Umwelt und Entwicklung auch der globale Aspekt des Wassers mit bedacht wird. Die Wasserkrise wird durch sie auch hier in Berlin in die Öffentlichkeit getragen. Der heutige Tag setzt den Impuls für neue Taten."

 

Christa Hecht, Geschäftsführerin der Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AöW): „Ich beglückwünsche Berlin zum Beschluss, ‚Blue Community‘ zu werden. Die Stadt bekennt sich damit zu ihrer Verantwortung für die Umsetzung des Menschenrechts auf Zugang zu sauberem Wasser und sanitärer Grundversorgung und die Bewahrung der örtlichen Wasserressourcen. Die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Trinkwasser ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Der Status einer ‚Blue Community‘ sichert das dauerhaft in öffentlicher Hand ab, fördert das Bewusstsein für die Bedeutung von Wasser, unterstützt den Gebrauch von Leitungswasser in öffentlichen Einrichtungen und bei Veranstaltungen sowie die Einrichtung von Trinkwasserbrunnen in der Stadt in Zusammenarbeit mit Organisationen und Initiativen aus der Bevölkerung. Mit alldem wird Berlin noch lebenswerter und umweltbewusster."

 

Ulrike von Wiesenau, Pressesprecherin des Berliner Wassertischs und Gemeingut in BürgerInnenhand, beglückwünscht den Berliner Senat zum neuen Status: „Die Zertifikatsverleihung zur "Blue Community" ist ein besonderer Tag für die Hauptstadt und für die Berlinerinnen und Berliner, die mit dem Wasser-Volksentscheid vom Februar 2011 einer Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe den Weg bereitet haben.

Der Senat bekennt sich damit zu dem Grundsatz, Wasser als elementares Lebenselement der Gewinnerzeugung zu entziehen und es als Gemeingut zu bewahren und zu schützen. Auch eine Demokratisierung der Wasserbetriebe kann durch den politischen Kontext der "Blauen Gemeinschaft" neue Impulse gewinnen. Das Partizipationsmodell des Berliner Wasserrates wird unter dem Leitprinzip „Nicht weniger Staat, sondern besserer Staat“ in den kommenden Wochen weiteren Ansprechpartnern aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft vorgestellt werden."

 

Maude Barlow, die wie eine Zauberin alle zusammengebracht hat, die sich sonst nicht immer grün sind, um das Thema Wasser gemeinsam anzugehen, ist glücklich über das neue Mitglied im Kreis der Blauen

Städte: "Es ist mir eine große Freude, dass ich heute einer Stadt, die weltweit berühmt geworden ist durch die Rekommunalisierung ihres Wassers, das Zertifikat "Blue Community" übergeben darf. Das bedeutet, dass sich Berlin für das öffentliche Wasser lokal wie global verstärkt einsetzen will. Ob wir Wasser als ein Gemeingut oder eine Ware sehen, ist die zentrale Frage unserer Zeit, wenn es um die Wasserressourcen der Welt geht. Der fehlende Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ist die größte Menschenrechtsverletzung unserer Zeit. Wir brauchen eine neue Wasser-Ethik, die Wasserschutz und Wassergerechtigkeit in den Mittelpunkt von Politik und Handeln stellt.

Wasser ist das gemeinsame Erbe aller Menschen und künftiger Generationen. Wenn wir das begreifen, wird Wasser die Gabe der Natur sein, die uns lehrt, wie wir auf der Erde in Frieden und Respekt miteinander leben können."







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