Kindheit statt Krieg für die Kindersoldat*innen!


Bild: Red Hand

10.12.18
BewegungenBewegungen, Bayern, TopNews 

 

Von pax christi

pax christi München begeht den Tag der Menschenrechte

pax christi München präsentiert anlässlich des 70. Jahrestages der Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte die selbst entwickelte Ausstellung „Kindersoldat*innen: Krieg statt Kindheit“. Die Rekrutierung von Kinder für den Krieg in Form vom Kampf mit Waffen, Botengängen, als Köch*innen, Spione trifft weltweit ca. 250.000 Kinder und Jugendliche und ist oft mit sexualisierter Gewalt verbunden.

Am 10. Dezember 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Damit reagierte die Weltgemeinschaft auf die Erfahrung des drei Jahre zuvor beendeten Zweiten Weltkriegs: Mit diesen gemeinsame Grundlagen sollten sich die Staaten dazu verpflichten, dass es nie wieder zu Krieg mit seinen grauenvollen Verbrechen kommt. Für pax christi ist der Tag der Menschenrechte daher unmittelbar mit dem vielfältigen Friedensengagement verbunden. 

Die Ausstellung von pax christi München zeigt die traumatisierenden Erfahrungen von Kindersoldat*innen anhand von Einzelschicksalen auf. Zum Beispiel Styven aus dem Kongo: „Mit elf Jahren kam ich zu den Rebellen, ständig musste ich an die Front. Diejenigen, die zu stark verwundet oder krank waren, wurden einfach erschossen. Mit der Zeit ließen auch meine Kräfte nach … Ich bekam Angst, erschossen zu werden und konnte fliehen.“

Mwanvita K., eine ehemalige Kindersoldatin aus Ruanda beschreibt ihre Erlebnisse so: „Mit 12 Jahren hab ich miterleben müssen, wie unser Haus abgebrannt ist, meine Mutter von der FDLR (Rebellengruppe) vergewaltigt und mein Vater umgebracht wurde. Ich war plötzlich ganz allein. Ich musste lernen, mit einer Maschinenpistole umzugehen, musste die Rebellen bekochen und alles tun, was sie von mir verlangten.“

Ohne leichte, „kinderleicht“ zu bedienende Waffen wäre der Einsatz von Kindern an der Waffe nicht möglich. Kleinwaffen verursachen die höchsten Todesraten in der Zivilbevölkerung. Viele dieser Kleinwaffen kommen von deutschen Herstellern wie Heckler&Koch, Rheinmetall, Diehl, Walther oder Sig Sauer.  pax christi München zeigt drei Perspektiven auf, was wir in Deutschland mit dem Thema Kindersoldat*innen zu tun haben:

-       Viele Kindersoldat*innen werden zum Kampf mit Waffen aus deutscher Produktion gezwungen. Die Genehmigung von Waffenlieferungen erfordert daher auch diesen Blickwinkel und erfordert eine konsequentere Rüstungsexportkontrolle.

-       Auch die deutsche Bundeswehr rekrutiert Personen im Alter unter 18 Jahren und bildet sie an der Waffe aus. 

-       Ehemalige Kindersoldat*innen kommen als Flüchtlinge in Deutschland an und bedürfen besonderer Hilfen

pax christi fordert: Kindheit statt Krieg für die Kindersoldat*innen!

Die Ausstellung und das Begleitprogramm in München zeigen auch Möglichkeiten auf, gegen den Einsatz von Kindersoldat*innen aktiv zu werden, wie z.B. eine Beteiligung an den von pax christi mitgetragenen Kampagnen „Unter 18 nie!“ (www.unter18nie.de), „Aktion Aufschrei! Stoppt den Waffenhandel“ (www.aufschrei-waffenhandel.de) bzw. die Aktion „Rote Hand“ des „Deutschen Bündnis Kindersoldaten“ (www.aktion-rote-hand.de), deren Forderungen ebenfalls präsentiert werden.







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