Berlin: Gedenken an das Kriegsverbrechen Kunduz


Bildmontage: HF

02.09.13
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Von AK Kunduz erinnern

An die Bombardierung des Tanklastzugs in Kunduz 2009 und die dabei getöteten Zivilisten erinnert eine Videokundgebung am 3. September, 18 Uhr, auf dem Platz des 18. März am Brandenburger Tor.

Auf der Veranstaltung werden sprechen:

- Rechtsanwalt Karim Popal, Vertreter der Opfer von Kunduz

- Mitglieder des afghanischen Kultur- und Kommunikationszentrums Berlin

- Antimilitaristen des AK Kunduz erinnern

 

Aufgrund des Befehls eines Bundeswehroberst starben in den Morgenstunden des 4. September 2009 über hundert Menschen. Der Luftangriff wurde zunächst als erfolgreicher Schlag gegen Terroristen verkündet, das deutsche Verteidigungsministerium versuchte tagelang zu verschleiern, dass es sich um ein verheerendes Massaker an Zivilisten handelte.

Der Kriegseinsatz in Afghanistan wurde als Krieg gegen den Terrorismus, als Hilfe zum Aufbau eines demokratischen Rechtsstaates und zur Befreiung der afghanischen Frauen gerechtfertigt. Brunnenbauende Bundeswehrsoldaten prägten lange Zeit das öffentliche Bewusstsein.

Doch die Entwicklung seit Beginn der NATO-Intervention und die aktuelle Lage hat wenig mit den verkündeten Zielen zu tun. Die Zahl der zivilen Opfer ist auch im ersten Halbjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, die Intensität der Kampfhandlungen zwischen Warlords, Taliban, Regierungseinheiten und NATO-Soldaten ist nach wie vor hoch, wobei inzwischen die afghanischen Regierungseinheiten stärker als die NATO-Soldaten in die Kampfhandlungen involviert sind und die Drogenindustrie floriert.

Das Protokoll des Funkverkehrs aus der Nacht vom 3./4. September 2013 veranschaulicht, dass der Befehl zur Bombardierung unter Missachtung der gängigen Einsatzregeln gegeben wurde und unter Angabe einer Bedrohung, also der Notwendigkeit einer Gefahrenabwehr, die, wie nachträglich bekannt wurde, so nicht bestanden hatte.

Welche Konsequenzen werden bzgl. des Kriegseinsatzes gezogen? Wen verteidigt die Bundeswehr, für wen und gegen wen wird Krieg geführt? Es wird versucht die blutigen Details des Krieges geheim zu halten. So gibt es öffentliche und geheime Berichte über den Kriegsverlauf in Afghanistan. Gegen eine Zeitung, die die geleakten Berichte veröffentlicht hat, geht das Verteidigungsministerium strafrechtlich vor.

Für den Bundeswehroberst Georg Klein hatte der tödliche Befehl weder strafrechtliche, noch berufliche Konsequenzen. Das Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde eingestellt und von seinem Arbeitgeber bekam er sogar eine Beförderungsurkunde ausgehändigt.

 

 

 







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