Bündnis startet Kampagne „Schule ohne Militär“

02.09.13
BewegungenBewegungen, Kultur, NRW, News 

 

Von DFG-VK NRW

Zu Beginn des neuen Schulejahres startet das landesweite Bündnis „Schule ohne Bundeswehr (NRW)“, in dem sich Friedens- und antimilitaristische Gruppen, die LandeschülerInnenvertretung, Gewerkschaften und Jugendverbände zusammen­geschlossen haben, eine neue Kampagne „Schule ohne Militär“. Motiviert durch eine zunehmende Zahl von Schulen, die Werbe- und sonstige Auftritte der Bundeswehr vor Schülerinnen und Schülern ablehnen, will das Bündnis seine Aktivitäten verstärken.

SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern sollen ermutigt und unterstützt werden, an weiteren Schulen in NRW über die Rolle der Bundeswehr an Schulen zu diskutieren und sich gegen diese Werbemaßnahmen des Militärs zu positionieren.

Bereits am vergangenen Wochenende war das Bündnis in Aachen aktiv und warb anlässlich der Verleihung des renommierten Aachener Friedenspreises an zwei Schulen für seine Kampagnenidee. Für den Herbst ist eine Info- und Aktionstagung geplant, bei der konkrete Aktionsideen für Schulen weiterentwickelt und ausgetauscht werden sollen.

„Bei SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern ist vielfach ein Unbehagen zu verzeichnen wegen der massiven Werbe- und Rekrutierungsauftritte der Bundeswehr. Schulen sollen in NRW zur Friedensgesinnung erziehen. An Schulen finden Workshops zur gewaltfreien Konfliktlösung statt. Und dann kommt ein Jugendoffizier und propagiert den Kriegseinsatz der Bundeswehr. Das passt für viele nicht zusammen“ sagt Joachim Schramm von „Schule ohne Bundeswehr NRW“. Er verweist darauf, dass die Schulen in ihrer Entscheidung frei sind, ob sie externe ReferentInnen wie Jugendoffiziere oder Karriereberater der Bundeswehr einladen. Das lege auch die Kooperations­vereinbarung fest, die das Schulministerium mit der Bundeswehr abgeschlossen hat und die ansonsten vom Bündnis stark kritisiert wird: „Eine besondere Kooperationsvereinbarung suggeriert eine von der Landesregierung gewünschte Einladung der Bundeswehr. Das beeinflusst die Schulen in eine bestimmt Richtung. Selbst wenn inzwischen auch der Friedensbewegung Zugänge zu den Schulen angeboten werden, ist dies kein wirklicher Ausgleich zu den mit Millionenaufwand betriebenen Werbemaßnahmen der Bundeswehr“, so Schramm. Prinzipiell ist aus Sicht des Bündnisses die Schule kein Ort, um Werbung für die Bundeswehr zu machen oder einseitig die politische Linie der Bundesregierung in der Außenpolitik zu verbreiten. Entsprechend fordert das Bündnis weiterhin die ersatzlose Kündigung des Kooperationsabkommens.

Alternativen der Zivilen Konfliktlösung fallen unter den Tisch, ebenso werden die negativen Seiten des Soldatentums eher am Rande vermittelt: auf Befehl töten zu müssen und das allgegenwärtigen Risiko, das eigene Leben in Afghanistan oder anderen Krisengebieten zu verlieren. Hier sind kompetente, informierte Lehrerinnen und Lehrer gefragt und nicht die „Öffentlichkeitsarbeiter“ der Bundeswehr.







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