A44 – so überflüssig wie die A4


Bild: Robin Wood

25.05.10
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ROBIN WOOD protestiert beim ersten Spatenstich für neues Autobahnteilstück

ROBIN WOOD-AktivistInnen haben heute beim ersten Spatenstich für den Bau eines Teilstücks der A44 den Verzicht auf diese überflüssige und teure neue Autobahn gefordert. Sie entrollten bei der Inszenierung des Baubeginns im hessischen Örtchen Helsa im Beisein von Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) ein Transparent mit dem Slogan „Wald statt Asphalt - Laster vom Pflaster“. Die A44 soll von Kassel-Ost bis Wommen bei Eisenach führen, rund 1,4 Milliarden Euro kosten und sieben europäische Naturschutzgebiete sowie große Waldgebiete zerschneiden.

„Gerade in Zeiten der sich zuspitzenden Finanzkrise gehören solche überflüssigen Infrastrukturprojekte auf die Streichliste“, sagt Klaus Schotte von der ROBIN WOOD-Regionalgruppe Kassel. „Unsere Region hat mehr verdient als Beton und Asphalt.“

Prognostiziert wird für die A44 ein Verkehrsaufkommen von 14.700 Kfz pro Tag. Das liegt weit unter dem Durchschnitt der bundesdeutschen Autobahnen mit täglich 47.600 Kfz. Der Bedarf ist also ebenso fragwürdig wie bei der Verlängerung der A4 ins Sauerland hinein - und der hatte Verkehrsminister Posch Anfang dieses Monats wegen zu geringer Verkehrsmengen und zu hoher Kosten eine klare Absage erteilt. Begründung: Man könne nicht alles machen, was wünschenswert sei, sondern müsse mit den Steuergeldern vernünftig umgehen.

„Seien Sie konsequent, Herr Posch“, appelliert Schotte. „Stoppen Sie diese milliardenschwere Fehlinvestition! Was für die A4 gilt, kann für die A44 nicht falsch sein.“

Noch könnte der Bau der A44 abgebrochen werden. Die 64 Kilometer lange Strecke ist in elf Abschnitte unterteilt. Erst einer davon, die Ortsumgehung Walburg, ist fertig; bei anderen ist noch nicht einmal die Planung offen gelegt.

Gut zwanzig Jahre nach dem Beginn der A44-Planung ist ihre Realisierung keineswegs sicher. „Wir brauchen kein ‚Nachholprogramm für den Straßenbau West’, wie Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer fordert. Wir brauchen eine umwelt- und klimaverträgliche Verkehrspolitik“, sagt Verkehrsreferentin Monika Lege. „Weiterer Widerstand gegen den Bau der A44 ist daher notwendig und auch Erfolg versprechend.“







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