Klimaaktivist*innen besetzen Baum in Karlsruhe in Solidarität mit dem Dannenröder Wald

12.12.20
BewegungenBewegungen, Umwelt, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Von Klimakollektiv Karlsruhe

In Solidarität mit dem Widerstand gegen den Ausbau der A 49 im Dannenröder Wald besetzen heute, Samstag den 12.12., Karlsruher Aktivist*innen einen Baum am Friedrichsplatz. Sie bauten ein Baumhaus und hängten Banner mit den Botschaften „Danni bleibt!“ und „Klimagerechtigkeit jetzt!“ auf. Damit protestieren die Aktivist*innen gegen den Ausbau der A 49 und für eine grundlegende Verkehrswende.

Der Dannenröder Wald ist ein etwa 1000 Hektar großer Mischwald in Südhessen, der für den Naturschutz als Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet und Wasserschutzgebiet große Bedeutung hat. Der Wald soll dem Ausbau einer Autobahn, der A49, weichen. Dagegen formiert sich bereits seit 40 Jahren Widerstand unter der lokalen Bevölkerung und Umweltverbänden.

Seit einem Jahr ist der Wald von Klimaaktivist*innen besetzt, seit einigen Wochen wurde er von der Polizei in einem brutalen Einsatz geräumt. Die letzten Baumhäuser sind gefallen, doch der Widerstand geht weiter, bis es eine in der Politik eine Wende zu klimagerechter Verkehrspolitik gibt.

Foto: Klimakollektiv Karlsruhe

„Wir stecken nicht nur in der Coronakrise, sondern auch mitten in der Klimakrise“, so die Baumbesetzer*in Kim. „Wir rasen auf eine 5 Grad heißere Welt zu und zerstören damit unsere Lebensgrundlagen und zu allererst die der Menschen im globalen Süden. In dieser Zeit ist es eine Katastrophe, einen gesunden Wald abzuholzen um eine Autobahn zu bauen, und weiter auf fossilen Autoverkehr zu setzen. Wir brauchen einen sofortigen Baustopp und eine radikale Verkehrswende! Deshalb besetzen wir in Solidarität mit dem Danni diesen Baum.“

Die A49 wird von der Hessischen Landesregierung aus CDU und Grünen gebaut. Diese vertreten hierbei die Interessen von Straßenbaufirmen wie der STRABAG und anderen Großkonzernen wie Ferrero, die sich durch den Autobahnbau kürzere Lieferwege versprechen. Dabei hätte der Grüne Verkehrsminister Hessens Al-Wazir den Handlungsspielraum, das Projekt zu stoppen. „Statt zukunftsorientiert zu handeln und die dringend notwendige Verkehrswende zu gestalten, stellen CDU und Grüne sich hinter das Kapital. Dabei lassen sich Profitinteresse und Klimagerechtigkeit nicht vereinbaren, wie man hier wieder sieht. Wir brauchen einen grundlegenden Systemwechsel weg von Wirtschaftswachstum hin zu solidarischem Leben, wie es im Danni gelebt wird“, fordert Aktivist*in Kim.

Die Soli-Baumbesetzung in Karlsruhe findet zum Datum des 5-jährigen Jubiläums der Klimakonferenz in Paris statt, bei der sich die Staaten darauf einigten, das 1,5 Grad Ziel einzuhalten. Ohne sofortigem Kohleausstieg und einer radikalen Verkehrswende ist dieses Ziel allerdings nicht erreichbar. „Die Regierung ist weit davon entfernt, das

1,5 Grad Ziel einzuhalten und zerstört damit unsere Zukunft. Deshalb müssen wir protestieren, egal ob mit Baumbesetzungen in Karlsruhe oder im Danni!“, meint Aktivist*in Kim. In diesem Rahmen rufen die Baumbesetzer*innen die Bevölkerung auf, selbst aktiv zu werden und Widerstand zu leisten gegen die Zerstörung, die Polizeigewalt und das Vorantreiben der Klimakrise.

Auch in Bezug auf die Oberbürgermeister*innen-Wahl in Karlsruhe Anfang Dezember äußern sich die Aktivist*innen: „Die Besetzung ist auch ein Zeichen an den von Grünen und SPD aufgestellten und wiedergewählten Mentrup. Zehntausende Karlsruher*innen haben bei Fridays for Future für Klimagerechtigkeit demonstriert. Mentrup muss deshalb radikale Maßnahmen für den Klimaschutz ergreifen. Wir fordern ab sofort ein autofreies Karlsruhe, kostenfreien ÖPNV und die Stilllegung des Rheinhafendampfkraftwerks. Es darf keine Hagsfelder Südumfahrung und keine zweite Rheinbrücke gebaut werden. Nur so kann es eine solidarische und gerechte Zukunft geben!“

 

 







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz