„Wir packen die Bauwende an den Wurzeln!“

26.07.20
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Bündnis „Wurzeln im Beton“ kündigt Aktionen zivilen Ungehorsams gegen HeidelbergCement an

Von "Wurzeln im Beton"

Das klimaaktivistische Bündnis „Wurzeln im Beton“ kündigt Aktionen zivilen Ungehorsams gegen das Heidelberger Unternehmen HeidelbergCement an. Mit den Aktionen fordern die Aktivistinnen und Aktivisten die sofortige Wende für ein klimafreundliches Bauen ein.

„Mit der Art wie wir bauen, schaufeln wir uns selbst ein Grab.“, sagt Luca Holz, Pressesprecherin von „Wurzeln im Beton“. „Allein die Zementherstellung ist verantwortlich für 5 bis 9 Prozent der weltweiten Emissionen. Wäre die Zementindustrie ein Staat, wäre sie die Nation mit den dritthöchsten Emissionen weltweit.“ Global wird heute jährlich dreimal so viel Zement hergestellt als noch vor 20 Jahren.

Die Baubranche selbst ist für noch deutlich mehr Emissionen verantwortlich. Stahl, Beton und Zement verschlingen Unmengen an Energie. Wie viel Energie benötigt wird, um Baustoffe herzustellen, spielt bei vielen Ökobilanzen und Gesetzen bisher kaum eine Rolle. So ist das „Vorzeige-Projekt“ Heidelbergs, die Bahnstadt, weit davon entfernt klimafreundlich zu sein. Die graue Energie, die benötigt wird, um die Passivhäuser zu errichten, wurde einfach nicht mit einberechnet.

Das Heidelberger Unternehmen HeidelbergCement ist als einer der größten Zementhersteller weltweit für einen Großteil der CO2-Emissionen verantwortlich. Und doch rühmt sich das Unternehmen mit Sprüchen wie „Echt. Stark. Grün.“ und wirbt mit seinem Engagement für Klimaschutz. Doch HeidelbergCement heizt nicht nur das Klima an, sondern „ist zudem verantwortlich für die Verletzung von Menschenrechten an Orten in Indonesien, der Westsahara sowie in Togo“, so Luca Holz. In Indonesien plant eine Tochterfirma ein Zementwerk und den Kalksteinabbau im Kendeng-Gebirge. Der Abbau würde das Ökosystem des Karstgebirges, seinen Wasserhaushalt und seine hohe Artenvielfalt zerstören und die Existenzgrundlage der Kleinbauern in der Region vernichten.

Das Bündnis Wurzeln im Beton solidarisiert sich mit den lokalen Menschenrechtsaktivist*innen und fordert den Stopp der neokolonialen Projekte im globalen Süden. "Statt Profite für Großaktionäre fordern wir ein gutes Leben für alle und Klimagerechtigkeit", so Pressesprecherin Luca Holz.

Die Politik hat keine Lösungen für einen ausreichenden Klimaschutz. Sie unterstützt die Zementbranche weiterhin mit kostenlosen Emissions-Zertifikaten. Auch die Konzerne sind nur an Profit interessiert und tragen nicht zur Lösung der Klimakrise bei. Deshalb kündigen die Aktivist*innen an, das Problem mittels zivilen Ungehorsam selbst in die Hand zu nehmen.

 







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