Saubere Autos sind eine dreckige Lüge


Bildmontage: HF

20.09.19
BewegungenBewegungen, Umwelt, Berlin, TopNews 

 

Von Robin Wood

Banneraktion von ROBIN WOOD-Aktivist*innen über der A100 in Berlin

Aus Solidarität mit dem heutigen internationalen Klimastreiktag von Fridays for Future haben sich am Morgen gegen 7:30 Uhr zwei ROBIN WOOD-Aktivist*innen an einer Eisenbahnbrücke über der Stadtautobahn A100 in Berlin-Tempelhof mit einem Transparent abgeseilt. Darauf ist zu lesen: „SAUBERE AUTOS SIND EINE DRECKIGE LÜGE“. Damit protestieren sie gegen den motorisierten Individualverkehr. Obwohl der erheblich zur Klimakrise beiträgt, setzt die Verkehrspolitik in Berlin und im Bund weiterhin voll auf Auto und LKW, während die Infrastruktur für öffentliche Verkehrsmittel zunehmend verfällt und Bus und Bahn insbesondere in Berlin immer unzuverlässiger werden.

Die Aktivist*innen demonstrieren mit ihrem Transparent über der am zweitstärksten befahrenen Straße Deutschlands. „Hier unter uns gerät gerade der Berufsverkehr ins Stocken. Die Autos, in denen meist nur eine Person sitzt, verschwenden sinnlos fossile Brennstoffe. Das können wir nicht mehr tatenlos hinnehmen, daher protestieren wir hier heute zum Klimastreik für eine sofortige Energie- und Verkehrswende“, sagt ROBIN WOOD-Aktivist Sylvester. „Keine Person soll später sagen können, sie hätte von nichts gewusst. Wir appellieren an alle, Maßnahmen für eine Energiewende jetzt einzuleiten, um die Menschheit vor einer globalen Katastrophe zu bewahren.“

Aus Sicht von ROBIN WOOD führt allein der zurzeit viel propagierte Wechsel der Antriebstechnik die Verkehrswende in die Sackgasse. „Elektroautos als ökologische Lösung zu verkaufen, ist der Versuch der deutschen Automobilindustrie, an der derzeitigen Situation so wenig wie möglich zu ändern. Die Menschen sollen mit scheinbar grünen Lösungen besänftigt und zu weiterem Konsum bewegt werden“, sagt Aktivist*in Jana. „Tatsächlich sind Elektroautos aber keine Lösung für die Klimakrise, sondern erzeugen vielfältige neue Probleme.“

E-Autos ändern nichts an den Problemen des individualisierten Verkehrs wie Platzverbrauch und Unfällen. Sie werden unter enormem Verbrauch von Ressourcen hergestellt und verschleißen schnell. Für die Produktion von Elektroautos werden zudem Rohstoffe benötigt, deren Abbau mit erheblichen Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen einhergeht. Ein Großteil des benötigten Kobalts stammt aus Produktionsverhältnissen, in denen Leben und Gesundheit der Menschen stark gefährdet werden und Kinder arbeiten müssen. Durch den Abbau von Lithium, z.B. in Bolivien, werden der Lebensraum der indigenen Bevölkerung und die Grundwasserversorgung gefährdet. Auch beim Abbau von seltenen Erden entstehen giftige und zum Teil radioaktive Rückstände.

ROBIN WOOD fordert niedrigere Grenzwerte für Abgase und Lärm, generelle Tempolimits sowie autofreie Innenstädte und den Rückbau der Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr zugunsten von Bahn, ÖPNV, Fahrradverkehr und für Fußgänger*innen.







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