„Kriegerdenkmal Kalkar: Kritiker soll mundtot gemacht werden“


Bildmontage: HF

30.05.20
BewegungenBewegungen, NRW, TopNews 

 

Von DFG-VK NRW

Mit Empörung hat der Landesverband NRW der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) auf die Information reagiert, dass die Stadt Kalkar gegen den Künstler und Sprecher der Klever Gruppe der DFG-VK, Wilfried Porwol, eine Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt hat.

Porwol hatte am 9. Mai das Kriegerdenkmal von 1936 im Zentrum von Kalkar, gewidmet „Unseren Helden 1914 – 1918“ und Anfang der 80er Jahre erweitert durch die Jahreszahlen „1939 – 1945“,  mit Farbe in ein „Friedensmahnmal“ umgewandelt. Er fände es unerträglich, dass das Kriegerdenkmal, auf dem ein Spruch aus Hitlers „Mein Kampf“ („Mögen Jahrtausende vergehen, man wird nie von Heldentum reden können, ohne des deutschen Soldaten im Weltkrieg zu gedenken“) die deutschen Soldaten des 1. Weltkrieges und auch die des 2. Weltkrieges als Helden glorifiziert, am 75. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus weiterhin mitten in Kalkar stünde, so der Künstler in seiner Erklärung zum Vorgang.

Erst im März hatte die Stadt Kalkar auf Anfrage der Klever DFG-VK erklärt, im Frühjahr zumindest eine Infotafel am Kriegerdenkmal aufzustellen. Dies sei bis zum 8. Mai nicht passiert, erklärte Porwol

Die Debatte um das Kriegerdenkmal hat damit einen neuen Höhepunkt erreicht, stellt die Friedensgesellschaft fest. Schon im Oktober 2014 hatte ein Historiker die Stadt Kalkar auf das Hitler-Zitat hingewiesen. Nachdem daraufhin jahrelang nichts geschehen war, hatte Wilfried Porwol im Juli 2019 schon einmal das Kriegerdenkmal farblich umgestaltet. Außer dass die Stadt Kalkar das Denkmal wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzte, geschah trotz anderslautender Ankündigung nichts.

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Stadt Kalkar offenbar nicht bereit ist, sich von diesem Schandmal zu trennen. Hier klammert man sich an eine Kriegsverherrlichung, die auch das Schicksal der Millionen von Soldaten mit Füßen tritt, die im I. Weltkrieg für kaiserliche Macht- und für Wirtschaftsinteressen ihr Leben lassen mussten und die eine Verhöhnung der Opfer und eine Glorifizierung des verbrecherischen Vernichtungskrieges  der deutschen Wehrmacht im II. Weltkrieg beinhaltet.“, so Felix Oekentorp, Landessprecher der DFG-VK NRW. Stattdessen versuche die Stadt nun, mit einer Strafanzeige den Kritiker Porwol mundtot zu machen.

Erfreut zeigt sich die Friedensgesellschaft jedoch darüber, dass in mehreren Leserbriefen und Stellungnahmen Wilfried Porwol Unterstützung erhalte. „Die Stadt Kalkar wird die Diskussion um das Kriegerdenkmal nicht los. Wir fordern sie auf, dieses Schandmal endlich abzureißen und die Anzeige gegen Wilfried Porwol zurückzuziehen.“ so Felix Oekentorp.







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