Vielfältiger Protest zum Kampftag - Kämpferischer 1. Mai in Hannover

03.05.20
BewegungenBewegungen, Arbeiterbewegung, Niedersachsen, News 

 

Von Bündnis für einen kämpferischen 1. Mai Hannover

Trotz Corona-Krise fanden in Hannover am 1. Mai 2020 zahlreiche Aktionen statt, um gegen steigende Mieten, prekäre Arbeitsbedingungen in der Pflege und weitere soziale Missstände zu protestieren. Das Bündnis für einen kämpferischen 1. Mai organisierte eine Radio-Kundgebung, die in Straßen und auf Plätzen der Stadt zu hören war.

„Insbesondere in Linden und der Nordstadt sind viele Menschen unserem Aufruf gefolgt, um 13 Uhr Radio Flora einzuschalten und ihre Lautsprecherboxen ans offene Fenster zu stellen. Auch zentrale Plätze, wie der Küchengarten und die Lutherkirche wurden mit großen Anlagen beschallt. Zusätzlich zur Radio-Kundgebung, die aus politischen Reden, Musik und kreativen Beiträgen bestand, fanden auch dezentral Aktionen statt. Die Palette reichte dabei von Banneraktionen bis hin zu militanten Aktionen.“ So Alex Koslowski, Sprecher des Bündnisses.

Das Bündnis kritisiert die unverhältnismäßige und einschüchternde Aufgebot der hannoverschen Polizei: „Insbesondere in der Nordstadt und Linden verging heute kaum eine Minute ohne Polizeipräsenz. Uns erreichten massenhaft Meldungen von willkürlichen Kontrollen und Schikanen. Beispielweise wurde Leuten ein Ordnungsgeld aufgebrummt, die zu zweit auf der Limmerstraße anhielten, um der Radio-Kundgebung vor einer Wohnung zu lauschen. Dabei gab es von Seiten der Polizei keine Vorwarnung.“ So Sprecherin Jasmin Münzberger weiter. „Dass die Sicherheitsbehörden gerade an diesem traditionsreichen Kampftag ein Klima eines Überwachungsstaates entstehen lassen, ist mehr als bedenklich. Wir lassen uns in unserem Kampf für soziale Gerechtigkeit nicht einschüchtern!“

Am Nordufer des Maschsees protestierten knapp 20 AktivistInnen gegen die Rüstungsindustrie: „Das Rheinmetall-Werk bei Celle produziert trotz Pandemie weiter munter Rüstungsgüter. Gleichzeitig fehlt es überall an Schutzartikeln gegen den Virus. Das ist untragbar!“, sagt eine der Organisatorinnen.

Auch radikale Aktionen waren Teil des vielfältigen Protests am 1. Mai:

Ein Auto des umstrittenen Wohnungsunternehmens Vonovia wurde beschädigt, weil die Firma für steigende Mieten und Verdängung mitverantwortlich gemacht wird. Außerdem wurde das Haus der rechtsradikalen Burschenschaft Ghibellinia-Leipzig in der Rühlmannstr. 1 mit Farbflaschen angegriffen.

Weitere Aktionsberichte und Fotos wurden auf dem Blog des Bündnisses „schlussmitdiesemsystem.blackblogs.org“ gesammelt.

 







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