"Abrüsten statt Aufrüsten – Friedensperspektiven statt Kriegsplanung!"


Bildmontage: HF

30.09.19
BewegungenBewegungen, NRW, TopNews 

 

Demonstration der Friedensbewegung am 3. Oktober gegen Bundeswehr- und NATO-Kommandozentralen in Kalkar

Von Ostermarsch Rhein-Ruhr

Die nordrhein-westfälische Friedensbewegung ruft auch in diesem Jahr zu einer Demonstration am 3. Oktober gegen die Luftwaffen-Kommandozentralen der Bundeswehr und NATO im niederrheinischen Kalkar auf. Die Demonstration richtet sich aus aktuellem Anlass gegen die Pläne der Bundesregierung, den Tornadoeinsatz im Nahen Osten zu verlängern. Joachim Schramm, Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und Mitorganisator der Friedensaktion erklärte:

 „Die Gefahr eines neuen Krieges im Nahen und Mittleren Osten steigt. Nach der Kündigung des Iran-Abkommens durch die USA haben sich die Fronten fortlaufend verhärtet, der Konflikt eskaliert. Ein Krieg würde die ganze Region vom Iran über Saudi-Arabien, den Irak, Syrien bis Israel in Mitleidenschaft ziehen. In dieser Situation will die Bundesregierung den schon geplanten Abzug der Bundeswehr-Tornados aus Jordanien widerrufen. Das würde Deutschland im Kriegsfall mit hineinziehen und ist unverantwortlich!“ In Kalkar befinden sich zentrale Kommandostrukturen der Luftwaffe von Bundeswehr und NATO. Das Zentrum Luftoperationen der Bundeswehr dort dirigiert auch den Einsatz der Tornados in Jordanien. Vor dieser zentralen militärischen Schaltstelle wollen die Friedensgruppen von Rhein und Ruhr ihren Protest deutlich machen.

Die Aktionen in Kalkar beginnen um 11:30 Uhr mit einer Kundgebung vor der Von-Seydlitz-Kaserne. Dort spricht der Klever Künstler Wilfried Porwol über lokale Auseinandersetzungen mit der Präsens des Militärs in der Region. Mit Trillerpfeifen wollen die Friedensaktivisten deutlich machen: Sie pfeifen auf Krieg und Militär! Anschließend wird die Aktion mit einer Demonstration zum Marktplatz in Kalkar fortgesetzt. Auf der Abschlusskundgebung dort ab 12:45 Uhr spricht der Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Alexander Neu, Mitglied im Verteidigungsausschuss. Sein Thema ist die von der neuen Verteidigungsministerin geforderte Erhöhung der Militärausgaben auf 2% der Wirtschaftsleistungen und die damit zusammenhängenden Rüstungsvorhaben im Bereich der Luftwaffe. Zweite Rednerin ist Stefanie Intveen von der Deutschen Friedensgesellschaft, die über die Notwendigkeit einer neuen Entspannungspolitik sprechen wird. Die Gruppe „Wilder Weizen“ aus Düsseldorf sorgt für den musikalischen Beitrag.

Seit Jahren wird für Bundeswehr und NATO in Kalkar und im benachbarten Uedem militärische Infrastruktur für den Hightech-Krieg ausgebaut. Von hier werden die Tornado-Einsätze über Syrien koordiniert, ebenso wie die Eurofighter-Flüge im NATO-Auftrag an der russischen Grenze. Die Friedensbewegung in NRW kritisiert, dass der Ausbau und die Nutzung der militärischen Einrichtungen in Kalkar einen Bruch des Vertrags zur Deutschen Einheit und des 2+4 Vertrag darstellen: Diese Verträge enthalten die Verpflichtung, dass von deutschem Boden kein Krieg ausgehen darf. Aus diesem Grund findet die Demonstration am 3. Oktober statt, dem Jahrestag der deutschen Vereinigung.

„Neben dem Klimawandel ist die mögliche atomare Vernichtung die zweite umfassende Menschheitsbedrohung. Mit der Kündigung des INF-Vertrages droht ein neues atomares Wettrüsten. Aus Kalkar werden auch die Bundeswehr-Flugzeuge in Büchel kommandiert, die US-Atomwaffen ins Ziel tragen sollen. Die Kommandozentralen in Kalkar stellen eine Gefahr für andere Lände dar. Sie sind aber auch mögliche Ziele in einem Konflikt und mit ihnen die Menschen, die in der Region leben. Wir wollen mit unserer Aktion auch auf diese Zusammenhänge aufmerksam machen. Wir brauchen keine Kriegsführungszentralen am Niederrhein. Wir wollen in einem Land leben, das Geld nicht für Waffen und Soldaten ausgibt, sondern für Klimaschutz und für die Lösung der drängenden Probleme in der Welt. Dafür demonstrieren wir am „Tag der deutschen Einheit“.“ erläuterte Joachim Schramm die Ziele der Demonstration.

Weitere Informationen unter: www.demo-kalkar.de .







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz