„Ewige Flamme“ für Pressefreiheit und Julian Assange


Foto: Free Assange Committee Germany

23.07.19
BewegungenBewegungen, Kultur, NRW, Düsseldorf, TopNews 

 

Von Free Assange Committee Germany

Am Mittwoch, 17.07.2019 fand in Düsseldorf die erste Kerzen-Mahnwache „Eternal Flame“ für Julian Assange statt. Ab 17 Uhr fanden sich Unterstützer*innen des politisch verfolgten Journalisten am Bertha-von Suttner-Platz, direkt hinter dem US-Konsulat zusammen. Jede/r Mahnwächter/in hatte einen Stuhl, eine Kerze, und eine Stimme, mit der sie/ er auf die Gefahr aufmerksam machten, in der Julian Assange und die Pressefreiheit zurzeit schweben. Die Idee hinter der Mahnwache ist, das Licht der Pressefreiheit symbolisch weiter am Leben zu erhalten.

Trump und das Pentagon wollen den Walkley Award Preisträger Assange für ganz reguläre journalistische Tätigkeiten anklagen, mit diesem Verfahren steht und fällt das Recht auf Pressefreiheit. Wenn Assange für Journalismus angeklagt und verurteilt werden kann, kann und wird es andere Journalist*innen ganz genauso treffen. Stimmen aus Assanges nahem Umfeld sind sich sicher, dass eine Auslieferung an die USA für ihn den sicheren Tod bedeutet. Großbritannien agiert wie gehabt als willfähriger Erfüllungsgehilfe; Australien, Deutschland und andere Regierungen ducken sich weg.

Die „Eternal Flame“ protestiert dagegen und wird in Düsseldorf nun alle zwei Wochen immer mittwochs ab 17 Uhr zusammenkommen, am Bertha-von Suttner-Platz direkt hinter dem Hbf. Wer sich der Aktion anschließen möchte, sollte nach Möglichkeit einen (Klapp-)Stuhl, Hocker o.ä. und eine Kerze mitbringen.

Ihren Anfang nahm die Aktion in Berlin, wo die „Eternal Flame“ am 17.07. bereits den dritten Mittwoch in Folge stattfand. In Berlin läuft die Mahnwache wöchentlich, und sie wächst von Woche zu Woche an. Treffpunkt ist jeden Mittwoch ab 18 Uhr vor der US Botschaft am Pariser Platz.

Auch in anderen Ländern wird das Licht der Pressefreiheit von Mahnwächter*innen geschützt, in Australien jeden zweiten Freitag, in Griechenland jeden zweiten Mittwoch, in Mexiko einmal monatlich dienstags und in Südafrika an verschiedenen Tagen.

Zusätzlich zur „Eternal Flame“ veranstaltet das Free Assange Committee Germany mindestens einmal monatlich eine Kundgebung mit Redebeiträgen vor dem US Konsulat in Düsseldorf; die nächste ist am Samstag, 10.08.2019 ab 14 Uhr.

Julian Assange selbst befindet sich zurzeit immer noch auf der Krankenstation des Hochsicherheitsgefängnisses Belmarsh. Mitte Mai war er dort eingeliefert worden aufgrund seines massiv gefährdeten Gesundheitszustands. Zwar hat sich seine Gesundheit inzwischen etwas  stabilisiert, aber die jahrelange willkürliche Haft in der Botschaft hat Spuren hinterlassen. Assange musste jahrelang ohne ausreichende körperliche Bewegung und Sonnenlicht leben, er berichtet sogar, dass er nach einigen Jahren in der Botschaft vergessen habe wie Sonnenlicht aussieht. Eine Schulterverletzung sowie eine Zahnwurzel-Entzündung blieben ebenfalls über Jahre unbehandelt. Der Weg zum Krankenhaus war für Assange durch die Polizei versperrt, die ihn beim Verlassen der Botschaft augenblicklich festgenommen hätte.

Für Assange-Unterstützer*innen war die letzte Woche geprägt von Protesten gegen die willkürliche Löschung des Twitter Accounts „Unity4J“, der eine prominente Rolle in der Community innehat. Nachdem der Account vor etwa 10 Tagen ohne jedwede Erklärung oder Angabe von Gründen von Twitter einfach gelöscht worden war, gab es tagelang massive Proteste gegen diese Internet-Zensur von Assange-Unterstützer*innen in Form von Tweets an Twitter und den Geschäftsführer Jack Dorsey, von Bildern und Memes etc. Roger Waters von Pink Floyd verurteilte die Twitter-Zensur scharf, ebenso wie Lee Camp, RT und die World Socialist Website. Die Proteste führten schließlich zum gewünschten Erfolg, Twitter stellte den Account von Unity4J wieder her. Dies kann als äußerst positives Zeichen gewertet werden: Auch wenn es Repressionen und Zensur gibt, es bringt etwas, die Stimme dagegen zu erheben, und es bringt sehr viel, wenn sich genug Leute zusammenschließen und viel Lärm machen.

Edward Snowden äußert sich zur Wirksamkeit von Protesten folgendermaßen: "Es reicht nicht aus nur an etwas zu glauben. Es reicht nicht aus, eine Ungerechtigkeit nur zu erkennen oder zu erkennen, dass etwas falsch läuft. Es gibt Zeiten, in denen wir nicht nur das Recht haben sondern die PFLICHT, für etwas aufzustehen. Und nach vorne zu treten und diese eine erste Person zu sein, die sagt: Ich bin anderer Meinung. Wenn dieser Moment gekommen ist, meine Damen und Herren, ersuche ich euch, nicht nur klug zu sein, sondern mutig.

Eine Stimme, DEINE Stimme, kann die Welt verändern."

 

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