Wachsam und aktiv gegen Atomwaffen


Bildmontage: HF

04.08.19
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Erklärung des pax christi-Präsidenten Bischof em. Heinz Josef Algermissen, Fulda, anlässlich des 74 Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945

Selten wird der Wahnsinn des Krieges schmerzlicher bewusst als je am 6. und 9. August, da wir der Opfer der Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki gedenken. Indes bedrohen uns auch 74 Jahre nach diesen Katastrophen immer noch Atomwaffen, die mit unvorstellbarer Sprengkraft alles Leben auf der Erde mehr als hundertfach vernichten können.

Der Kampf gegen die atomare Bedrohung ist integraler Bestandteil kirchlicher Friedensarbeit. Praktisch alle christlichen Kirchen sprechen sich heute nicht nur ganz klar gegen einen atomaren Krieg aus, sondern auch gegen die Produktion von Atomwaffen und die Drohung mit deren Einsatz.

So hat zum Beispiel vor kurzem die Deutsche Kommission Justitia et Pax die Erfahrungen mit jahrzehntelanger Atomwaffenpolitik sowie die gegenwärtigen Entwicklungen internationaler Politik und die Argumente für und wider Atomwaffen kritisch geprüft. Sie gelangt dabei zu dem Schluss, die bisherige moralische Duldung der Strategie der nuklearen Abschreckung als Konzept der Kriegsverhütung müsse unbedingt aufgegeben werden. Die mächtigsten Atomwaffenstaaten würden allerdings keinen ernsthaften Willen erkennen lassen, dieses Konzept aufzugeben.

Ganz im Gegenteil: Tatsächlich sind sie bereit, für die Modernisierung ihrer Atomwaffen und für neue Waffensysteme Unsummen zu investieren. Dieses Geld brauchten die Staaten eigentlich, um Not und Elend weltweit zu bekämpfen, die Situation von Menschen in Krisengebieten zu verbessern und somit eine Politik zu betreiben, die angesichts der Flüchtlingsströme Frieden und Gerechtigkeit ermöglicht. Denn „während man riesige Summen für die Herstellung tödlicher Waffen ausgibt, kann man nicht genügend Hilfsmittel bereitstellen zur Bekämpfung all des Elends in der heutigen Welt“ (2. Vat. Konzil, Pastoralkonstitution Gaudium et Spes, Nr. 81).

Die katholische Friedensbewegung pax christi sieht sich in ihrem jahrzehntelangen Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt bestätigt. Atomwaffen, ob angedroht oder eingesetzt, sind moralisch verwerflich und eine Sünde gegen heutige und künftige Generationen.

Es ist höchste Zeit, das Engagement für die politische Umsetzung des Verbots von Atomwaffen zu verstärken – gegen alle Gleichgültigkeit, die sich wie Mehltau in dieser Gesellschaft breit macht. Die Abrüstungsverträge zwischen den nuklearen Supermächten sind blockiert. Die Politik Deutschlands muss in einer Zeit, in der regionale Nuklearkrisen zu eskalieren drohen, entschlossener als bislang eine auf nukleare Abrüstung gerichtete Außen- und Sicherheitspolitik verfolgen. Zudem müssen bestehende Verträge erhalten und ausgebaut werden. Und unser aller Aufgabe ist es, die Schritte der Politik aktiv zu kontrollieren, jedenfalls wachsam zu sein.

Papst Franziskus hat in seiner Ansprache zum Weltgebetstag für den Frieden am 20. Juli 2016 in Assisi eindringlich ermahnt: „Wir dürfen nicht gleichgültig bleiben. Die Welt hat heute einen brennenden Durst nach Frieden. In vielen Ländern leidet man unter Kriegen, die oft ausgeblendet werden und doch immer Ursache für Leid und Armut sind.“ Deshalb dürfen wir nicht müde werden immer wieder zu erinnern, „dass der Name Gottes die Gewalt nie rechtfertigen kann. Allein der Friede ist heilig. Nur der Friede ist heilig, niemals der Krieg! In diesem Sinne appelliere ich für die Abrüstung sowie für das Verbot und die Abschaffung der Atomwaffen.“

Diesem eindringlichen Mahnruf des Papstes ist nichts hinzuzufügen.







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