Frohsinn for Future statt Narrenkappetalismus


Bildmontage: HF

24.02.20
BewegungenBewegungen, Kultur, Köln, NRW, Umwelt, TopNews 

 

Von Attac

„Pappnasen Rotschwarz“ zusammen mit den „Parents for Future“ beim Kölner Rosenmontag im Zoch vorm Zoch

Mit satirisch-politischem Straßenkarneval haben etwa 120 alternative Jecken der „Pappnasen Rotschwarz“ den traditionellen Zug vor dem Kölner Rosenmontagszug aufgemischt - unter ihnen viele Attac-Aktive. Das offizielle Kölner Zugmotto 2020 lautet „Et Hätz schleiht em Veedel“ (für Nichtkölner: „Das Herz schlägt im Viertel“). Die Pappnasen wandeln es wie immer ein wenig ab: "Et Hätz schleiht för Veedel un Ääd" („Das Herz schlägt für Viertel und Erde“).

„Der lokalpatriotische Blick ist uns zu wenig. Wir wollen den Zusammenhalt im Kölschen Veedel genauso feiern wie den Zusammenhalt aller Menschen op d’r Ääd“, sagt Thomas Pfaff, aktiv bei Attac Köln und Mitglied der rotschwarzen Pappnasen.

Dabei sind wie immer eindrucksvolle Vier-Meter-Großpuppen, die diesmal ein wahrhaftes Horror-Dreigestirn bilden: seine Bestechlichkeit Auto-Bauer Andi B. Scheuer(t); Ihre Gierigkeit Jungfrau Vonovia und natürlich Seine Monstrosität Prinz Narrenkappetalismus, ein schauerlich-dreiäugiges Ungeheuer. Zu dieser Gruppe gehören auch ein „Fluchkapitän“ und seine „Fluchbegleiterin“, die mit ihrem Riesenjet über den Köpfen der Zuschauer entlangfliegen und verzweifelt einen Landeplatz suchen: „Verdammt, wo sind die Malediven?“

Aber dann werden all die schrecklichen Gestalten verschlungen von einer riesigen „Sintflut“ aus blauem Stoff. Und es folgen die Jecken, die ihre Alternativen präsentieren zum Autowahn, zur Mietpreisexplosion, zur Klimakatastrophe und zum „Narrenkapitalismus“: etwa ein Lastenfahrrad, das von sich sagt „Ich war mal ein SUV“ – oder das „Gogo-Mobil“: ein rollendes Sofa als Ex-Parkplatz, auf dem nie wieder ein Auto stehen wird.

Teil der Pappnasen im Zoch vor dem Zoch sind in diesem Jahr zum ersten Mal auch die „Parents for Future“ - als Kölner Heinzelminsche, die all das Gute tun, das es braucht, um im Veedel und auf der Ääd überleben zu können.

„Der Blick auf die ganze Welt ist derzeit besonders wichtig, da es gilt, globale Probleme gemeinsam anzupacken, damit wir in Zukunft immer noch im Veedel bei winterlichen Temperaturen Fastelovend feiern können“, sagt Anne Reifferscheid von den Parents for Future Köln.

Seit 2007 beleben die „Pappnasen Rotschwarz“ die obrigkeitskritische Tradition des Kölner Karnevals. „Der Zoch vor dem Zoch am Rosenmontag vor rund 500.000 Menschen ist der Höhepunkt unserer satirischen Vereinsarbeit“, sagt Pappnase Thomas Pfaff. „Denn eins ist klar: Wir brauchen viel mehr ‚Frohsinn for Future‘ - und keinen ‚Narrenkappetalismus‘.“

 







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