Schikane gegen Bhopal-Delegation

18.11.19
BewegungenBewegungen, Internationales, News 

 

Von ethecon

Trotz wiederholter Schikane von Botschaften und Fluggesellschaften befindet sich eine Delegation der Sambhavna Trust Klinik (Bhopal, Indien) seit vergangener Woche in Europa. Am 03. Dezember jährt sich die größte Chemie-Katastrophe der Geschichte zum 35. Mal. Aus diesem Anlass organisiert ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie eine Informationsreise von Bhopal-Überlebenden und Aktivist*. Am Ende der Veranstaltungsreihe steht am 23. November die Verleihung des ethecon Blue Planet Award. Die Begründung der Nominierung finden Sie hier.

Schon vor der Reise kam es zu Schikanen durch das deutsche Konsulat in Mumbai und die Fluggesellschaft Turkish Airlines. Bei der Planung der Reise wurden ihnen zunächst die Visa verweigert, bis ethecon Menschenrechtsanwälte einschaltete. Am vergangenen Dienstag wurde dann die zweiköpfige Delegation in Istanbul an der Weiterreise nach Brüssel gehindert; selbst Anwälte durften zunächst nicht mit ihnen sprechen. Obwohl Schengen-Visa vorlagen, wurde ihnen die Einreise nach Brüssel verweigert. Für die Aktivist*innen aus Bhopal ist so etwas nicht neu: Satinath Sarangi, Gründer der Sambhavna Klinik in Bhopal, war bereits in Indien über viele Jahre der Reisepass entzogen und so die Ausreise untersagt worden.

ethecon verurteilt das Vorgehen der Fluggesellschaft und der europäischen Botschaften: „Es hat den Anschein, dass hier der lange Arm von DOW DUPONT eine Rolle gespielt haben könnte. Viele, die sich gegen Konzern-Willkür zur Wehr setzen, erleben, dass staatliche Behörden oder auch Fluggesellschaften ihnen eine Sonderbehandlung verpassen, die an Sabotage grenzt“ bewertet Stiftungsvorstand Axel Köhler-Schnura die Schikane.

Schließlich musste die Delegation die Einreise nach Europa erzwungenermaßen über Stockholm statt wie geplant über Brüssel abwickeln. Am 13.11. waren Sprecher der für die Bhopal-Katastrophe Verantwortlichen von DOW CHEMICAL einer Gerichtsvorladung in Indien nicht gefolgt. Just an diesem Tag wollte die Delegation in Brüssel vor die Presse treten und mit Parlamentariern und Menschenrechts-Anwälten sprechen. Stattdessen wurde Sarangi infolge der Aufregungen der Reise an diesem Tag mit Herzproblemen in einem Stockholmer Krankenhaus behandelt.


 







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