Karlsruher Klimakollektiv protestiert am Hauptbahnhof gegen neues Steinkohlekraftwerk


Foto: Karlsruher Klimakollektiv

22.05.20
BewegungenBewegungen, Umwelt, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Von Karlsruher Klimakollektiv

Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages am Mittwoch, 20.05.2020 anlässlich der Hauptversammlung des Energiekonzerns Uniper, Betreiber des Steinkohlekraftwerks Datteln 4, haben Karlsruher Klimaaktivist*innen ihren Protest gegen die geplante Inbetriebnahme von Datteln 4 auf die Straße getragen. Mit einer kreativen Kunstaktion, bei der ein symbolischer Steinkohlehaufen auf dem Hauptbahnhofsvorplatz aufgeschichtet wurde, verliehen sie ihrer Kritik an Uniper und der Deutschen Bahn Raum. Die Teilnehmer*innen trugen Mund-Nase-Schutz und hielten ausreichenden Abstand. Auch an vielen anderen Orten in Deutschland und direkt am Kraftwerk gab es Proteste von verschiedenen Klimaschutzorganisationen.

Die Inbetriebnahme eines Kohlekraftwerks im Jahr 2020 lässt sich klimapolitisch nicht rechtfertigen. Voraussichtlich wird es mit Datteln 4 zu Mehremissionen von 30 Millionen Tonnen CO2 kommen. "Datteln 4 zeigt einmal mehr, wie ernst es die Bundesregierung mit dem Pariser Klimaschutzabkommen nimmt. Erst den Kohleausstieg beschließen und dann ein neues Kraftwerk ans Netz nehmen, das ist klimapolitischer Wahnsinn", so die Aktivistin Kim. "Datteln 4 darf nicht ans Netz gehen. Die finnische Regierung muss endlich ernsthaften Klimaschutz betreiben statt über Fortum und Uniper Anteil an diesem absurden Projekt zu haben. Die Deutsche Bank muss sofort ihre Investitionen in dieses und andere fossile Energieprojekte abziehen. Keine Finanzierung von fossilen Energieträgern! Auch die Deutsche Bahn muss sich entscheiden: Sie kann nicht ein Viertel ihres Stroms von Datteln 4 beziehen und sich gleichzeitig als Klimaschützerin darstellen!"

Mit dem Protest machen die Klimaaktivist*innen außerdem auf die ausbeuterischen Lieferketten der Steinkohle aufmerksam. "In der russischen Region Kuzbass, aus der große Teile der Blutkohle stammen, häufen sich Lungen- und Krebserkrankungen. Menschen verlieren ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage durch Umsiedlungen für den Kohleabbau", erklärt die Aktivistin Kim weiter. "Die Coronakrise zeigt mehr denn je, dass unser Wirtschaftssystem einen Neustart braucht. Die Gesundheit aller Menschen weltweit muss vor den Profiten der Konzerne im globalen Norden stehen!"

 







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