Jubiläumsprotest: 25 Jahre Sonntagsspaziergänge gegen Ahauser Atommüll


Bildmontage: HF

13.12.19
BewegungenBewegungen, Umwelt, NRW, TopNews 

 

Von BBU

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) weist darauf hin, dass am Sonntag (15.12.) in Ahaus (NRW) ein besonderes Jubiläum begangen wird: Im Dezember 1994, also vor 25 Jahren, fand erstmals am sogenannten Brennelemente-Zwischenlager(BEZ) in Ahaus ein Sonntagsspaziergang statt. Seitdem gab es immer wieder am jeweils dritten Sonntag im Monat Sonntagssproteste in Ahaus - oft direkt am Atommüll-Lager, aber auch in der Ahauser Innenstadt, z. B. direkt vor dem Rathaus oder am „Mahner“. Der Protest-Sonntagsspaziergang beginnt am Sonntag um 14 Uhr am Haupttor des Atommülllagers in Ahaus-Ammeln.

In einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ vom 10. Dezember 2019 heißt es zum Ablauf des Sonntagsspazierganges: „In Redebeiträgen soll an die wichtigsten Etappen im Widerstand der letzten 25 Jahre sowie an die aktuell dringenden Probleme erinnert werden. Neben den drohenden Castor-Transporten aus Jülich und Garching nach Ahaus wird es auch um die geplante schleichende Umwandlung des „Zwischenlagers“ in ein Endloslager gehen. Aus Gronau wird ein Bericht über die Aktionen gegen die Transporte von abgereichertem Uran nach Russland erwartet.

Außerdem werden die sich häufenden Falschmeldungen über die „neue Atomenergie“, die angeblich umweltfreundlich sein soll und das Atommüll-Problem gelöst haben will, Thema bei der Kundgebung sein.

Höhepunkt wird die Neuaufstellung von gelben Xen und schwarzen Fahnen als Zeichen des Widerstands entlang der Straße vor dem Atommüll-Lager sein. Die VolXküche wird die Teilnehmenden am Sonntagsspaziergang mit Kaffee und Kuchen versorgen, für musikalische Begleitung ist ebenfalls gesorgt.“

Der erste Sonntagsspaziergang in Ahaus wurde etwa 2 Jahre nach der Inbetriebnahme des Atommüll-Lagers (Juni 1992) am 18.12.1994 durchgeführt und es hatten sich rund 100 Personen beteiligt.

Wichtige Akteure im Widerstand

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) gratuliert der Anti-Atomkraft-Bewegung im Münsterland zu ihrem Durchhaltevermögenund zum Jubiläum der Ahauser Sonntagssproteste. Als wichtige Akteure im Widerstand bezeichnet der BBU die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, die beide auch im BBU Mitglied sind. Gleichzeitig dankt der BBU aber auch der Initiative für den sofortigen Atomaustieg (SOFA) Münster und den anderen Aktiven aus Ahaus und dem Münsterland, sowie auchaus anderen Regionen von NRW, aber auch aus Niedersachsen und aus den Niederlanden, die immer wieder an den Sonntagsprotesten teilnahmen bzw. teilnehmen. "Immer wieder spielten zudem Landwirte mit ihren Traktoren eine wichtige Rolle und auch die Andachten der Ahauser KFD-Frauen haben inzwischen eine lange Tradition", so Udo Buchholz vom Vorstand des BBU.

Insgesamt betont der BBU, dass der Widerstand gegendas Ahauser Atommüll-Lager bereits in die 70er Jahre zurück reicht. Schon 1977, also vor mehr als 40 Jahren, wurde die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" gegründet. Vor dem Bau der Ahauser Atommüll-Halle waren auch schon andere Atomprojekte für Ahaus im Gespräch: Zunächst die Brennelementefabrik, die später in Lingen gebaut wurde, dann die Urananreicherungsanlage, die in Gronau realisiert wurde.

Der Sonntagsspaziergang, der immer am ersten Sonntag imMonat an der Gronauer Urananreicherungsanlage stattfindet, kann als "Vorbild" der Ahauser Sonntagsspaziergänge angesehen werden: In Gronau finden bereits seit über 33 Jahre Anti-Atom-Sonntagsspaziergänge statt. Nächster Termin ist der "Neujahrsspaziergang" am 5. Januar 2020.

Weitere Informationen: https://www.bi-ahaus.de, https://sofa-ms.de, https://bbu-online.de, https://www.atommuellreport.de/daten/tbl-ahaus.html,

https://ahauser-erklaerung.de

 







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