Wohncontainer für Obdachlose in Hamburg - Neuer Termin 12.12.


Bildmontage: HF

11.12.17
BewegungenBewegungen, Soziales, Hamburg 

 

Von Max Bryan

Aufgrund der verschärften Wetterlage konnten die Kran-Arbeiten zur Bereitstellung des Wohncontainers für Hamburger Obdachlose am 7.12. nicht stattfinden. Der Wohn-Container wird nunmehr am Dienstag, den 12. Dezember geliefert und so dann gegen Mittag (zwischen 12 und 13 Uhr) am Winfridweg 24 aufgestellt.

Wer hinzukommen mag - gerne. Mindestens zwei weitere Container wollen wir in diesem Winter noch aufstellen und jede Unterstützung ist willkommen.

Obdachloser Rolf (67) zieht in Container am Winfridweg 24

Trotz des Ausfalls am 7.12. waren wir nicht untätig und zogen durch die Stadt und auf der Suche nach den Suchenden - nach den Menschen, die im Winter keine Bleibe haben. Einer von ihnen ist Rolf (67) der mit Abstand älteste Obdachlose, den wir an diesem Tag trafen und Rolf erzählt uns von seiner Übernachtung an der Friesenstrasse, dort, wo die Stadt ihr Massen-Quartier für Obdachlosen bereit stellt. Zwar habe er sich an die Zustände dort gewöhnt, aber täglich Morgens muss er raus, den Tag woanders verbringen und Privatssphäre gäbe es sowieso nicht. Die wünscht er sich aber. "Man kann nicht einfach mal abschalten und für sich sein", berichtet der 67-Jährige aus seinen Erfahrungen mit dem städtischen Winternotprogramm. Am Ende bot ich Rolf dann unseren Containerplatz an und seine erste Frage war - was das denn kostet? "Nichts", sage ich und Rolf ist erstaunt - freut sich über das Angebot und nahm es dankend an. Für 12. Dezember 17 Uhr sind wir nun an der Friesenstrasse 22 verabredet und fahren dann gemeinsam nach Lokstedt, die wie der Zufall so will, auch noch seine alte Heimat ist.

Wohnungsverlust nach Tod der Frau

Rolf (67) – ist waschechter Eimsbütteler. Schon seit 1957 lebt er in Hamburg, hat sein Leben lang gearbeitet und ist doch ein Fall von typischer Altersarmut. Ein Rentner, der nach dem Tod seiner Frau die teure Wohnung nicht mehr halten konnte und dort dann raus musste. Eine kleinere - für ihn bezahlbare Wohnung fand er nicht. Seit über einem Jahr lebt Rolf auf der Straße. Sein täglicher Gang in die Notunterkunft ist eine Tortur.

Jeden Abend um 17 Uhr (tagsüber schließt das Gebäude) wird er aufs Neue gefilzt und damit auch wie ein Schwerverbrecher behandelt.

Diese Leibesvisite - die ich durch die Glastür des Gebäudes selbst auch mit beobachten konnte, hat mich zu tiefst erschrocken - zumal Rolf ja schon 67 Jahre alt ist und wenn er jeden Tag kommt, müssten die "Türsteher" doch eigentlich wissen, dass er kein schlechter Mensch ist und keine Waffen oder dergleichen bei sich trägt.

Ich denke für ihn wird es eine Riesenerleichterung eine Bleibe zu haben, die er nicht jeden Morgen samt Gepäck wieder verlassen muss. Jeder Mensch - und gerade ältere Obdachlose - haben doch ein bisschen mehr Würde im Alter verdient - wie ich finde.

Am 12.12. zieht Rolf nun in den Wohncontainer an der evangelischen Kirchengemeinde in Lokstedt und ich hoffe es gefällt dem Rolf dort. Es ist ja seine alte Heimat - Eimsbüttel. Im Grunde kommt er nach Hause.

 

Die Termine der nächsten Tage:

 

1. Termin: 12.12. 12 bis 13 Uhr - Anlieferung des Wohncontainers am Winfridweg 24 (Bilder: Container am Haken). Anschließend Container einräumen und wohnlich machen.

 

2. Termin: 12.12. - 17 Uhr - Friesenstrasse 22 - Städtisches Winternotprogramm - Straße vor dem Eingang. Abholung Rolf und gemeinsame Fahrt in den Wohncontainer nach Lokstedt. Einzug bis 19 Uhr am Winfridweg 24.

 

O-Ton Obdachloser Rolf (Interview im Container)

 

O-Ton Bürgerinitiative - Appell an Chancengeber und potentielle weitere Standorte

 

O-Ton Pastor Claus Hoppe, warum er mitmacht und wie die Zusammenarbeit so lief

 

Beispiel hier:

http://www.hamburg1.de/nachrichten/33612/Bolle_freut_sich_ueber_neue_Unterkunft.html

 

Und hier: (vom letzten Jahr)

https://www.youtube.com/watch?v=UVrGkiy-esI&list=UUWbqAhkZlc-5P2_rEJtcXkg

 

Hintergrund auch hier:

 

\\\ "Und jetzt retten wir die Welt" /// (Marek Rohde)

https://jetztrettenwirdiewelt.de/max-ueber-seine-obdachlosenprojekt-wohnen/







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