Karlsruhe: Rüstungsforschungs-Kooperation KIT/IOSB beenden, Doppelberufung KIT/IOSB verhindern


Bildmontage: HF

02.08.17
BewegungenBewegungen, Baden-Württemberg, Kultur 

 

Erklärung der Initiative gegen Militärfoschung an Universitäten

In der AStA-Information des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wurde am 12. Juni die Anfrage an das KIT-Präsidium zur Offenlegung der Militärforschungs-Verwicklung mit dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bild­auswertung (IOSB) mit Standorten in Karlsruhe und Ettlingen gerichtet und am
23. Juni veröffentlicht. Am 30. Juni ging die KIT-Antwort beim AStA ein verbunden mit einem Maulkorb, sprich der Untersagung einer Veröffentlichung

Bitte das umfangreiche Vorher und Nachher in der Ini-WebDoku [1] nachlesen.                 

Danach musste der Maulkorb am 24. Juli in einem öffent­lichen Gespräch von KIT-Präsident Prof. Holger Hanselka aufgrund eines Studierendenbeitrags vor dem Hintergrund der öffentlichen Proteste abgehängt werden. Die Initiative fordert den KIT-Präsidenten auf, seine Antwort auf die angefragte Offenlegung selbst zu publizieren. Das ist dem Präsidenten einer der größten Lehr- und Forschungseinrichtungen mit 26.000 Studierenden zuzumuten. Die Selbstveröffentlichung ist der Glaub­würdigkeit halber unerlässlich. Jeder kann dann die Argumente selber bewerten.

Der KIT-Präsident hatte im Gespräch erklärt, dass sich die Ethik-Leitlinien des KIT für Forschung zu zivilen Zwecken aussprechen. Deswegen könne es am KIT keine Militär­forschung geben. Von Christoph Marischka (IMI Tübingen)  war aber das systematische Gegenteil nachgewiesen worden, Daran hatte der AStA angeknüpft. Bildauswertung ist ganz offensichtlich militärisch extrem bedeutsam.

Im Gespräch hatte der KIT-Präsident eine Doppelberufung KIT und IOSB angekündigt. Das bedeutet eine gemeinsame Professur am KIT mit einer Leitungsfunktion am überwiegend militärisch tätigen IOSB. Eine genauere Betrachtung liefert noch Schlimmeres. Es geht um die Nachfolge von Dr. rer. nat. Reinhard Ebert. Er ist stellvertretender Direktor des IOSB und Bereichsleiter für »Photonik und optro­nische Systeme« am IOSB-Standort Ettlingen, dem früheren voll rüstungsfinanzierten FGAN FOM. Ebert ist bereits ausgeschieden und leitet die IOSB-Stellvertretung kommissarisch. Für seine Nachfolge ist die Berufungs-Liste fertig gestellt. Mit der Doppelberufung wird im Herbst gerechnet.

Diese Doppelberufung unterstreicht die reale Rüstungsforschung-Kooperation und dient nach dem FhG-Geschäfts­modell der Gewinnung von Studierenden für Rüstungszwecke. Ein Informatik-Studierender hatte in obigem Gespräch den Beweis dafür erbracht. Die Initiative fordert das KIT-Präsidium auf, die Doppel­berufung abzusagen.

Die Initiative wird in Zusammenarbeit mit den KIT-Studierenden und mit Friedensnetzwerken nicht darin nachlassen, dass die Rüstungsforschungs-Kooperation KIT/IOSB beendet und die Doppelberufung verhindert wird. Um des Friedens willen wird jede KIT-Militärforschung abgelehnt, übereinstimmend mit der Urabstimmung der Uni-Studierenden 2009 für eine Zivilklausel am KIT.

Der geplante Maulkorb der Landesregierung Baden-Württemberg für die Verfasste Studierendenschaft wird von der Initiative entschieden abgelehnt. Dieser Maulkorb soll die Streichung des §65 Abs. 4 Satz 1 im Landeshochschulgesetz beinhalten »Im Rahmen der Erfüllung ihrer Aufgaben nimmt die Studierenden­schaft ein politisches Mandat wahr«.

Im Auftrag Dietrich Schulze

 

http://wwwstattweb.de/files/civil/Doku20170801pm.pdf

 







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