‚Brot statt Böller’ Appell einstellen und durch ‚Brot UND Böller‘ ersetzen


Bildmontage: HF

26.12.17
BewegungenBewegungen, Debatte, Saarland, TopNews 

 

Von Aktion 3. Welt Saar

Lustfeindlichkeit und schlechtes Gewissen helfen nicht gegen Hunger - Kann denn Feiern Sünde sein?

Andere Agrarpolitik ohne Gentechnik hilft gegen Hunger

Die Aktion 3.Welt Saar e.V. (A3WS) ist dafür, den Appell ‚Brot statt Böller’ einzustellen und durch ‚Brot UND Böller’ zu ersetzen. Der ‚Brot statt Böller’-Aufruf trägt eine gehörige Portion Lustfeindlichkeit zur Schau und appelliert primär an das schlechte Gewissen“, so Alex Feuerherdt von der Aktion 3.Welt Saar e.V..

„Auffallend ist, dass die Kritik am Silvesterfeuerwerk erst dann einsetzt, wenn ‚die breite Masse’ Raketen zünden darf. Ausgenommen von der Kritik bleiben die Feuerwerke der Besserbetuchten, beispielsweise nach Klassik-Open-Air-Konzerten, und das Feuerwerk bei der offiziellen Feier am 13.7. am Vorabend des Jahrestages der französischen Revolution in Saarbrücken“, so Alex Feuerherdt. Dort und bei gestalteten Feuerwerken wie „Rhein in Flammen“ und der Heidelberger Schlossbeleuchtung mit Feuerwerk wird die Forderung nach ‚Brot statt Böller’ nicht erhoben.

Der unterstellte Zusammenhang zwischen dem Silvesterfeuerwerk sowie Hunger und Armut in der Welt ist beliebig gewählt und existiert nicht.

Genauso gut könnte man dazu aufrufen, keine Weihnachtsbäume, Smartphones, Bücher oder Jogginganzüge zu kaufen, keinen Wein zu trinken oder Fußballspiele ausfallen zu lassen. „Der Einsatz für Gerechtigkeit und Solidarität führt ins Leere, wenn er mit einer Leidensmiene und dem moralischen Zeigefinger einher geht“, meint Feuerherdt. Zum Wesen des Menschen gehört in allen Kulturen das Feiern, der Rausch, die Verausgabung - für manche eben auch die Freude am Feuerwerk. Dies sollte respektiert werden. Dass Menschen hungern, obwohl es genügend Nahrungsmittel gibt, liegt an deren Verteilung und an der Verwendung von Nahrungsmitteln als Viehfutter. Denn Hunger ist kein Schicksal, sondern wird gemacht

Um Hunger zu bekämpfen, brauchen wir eine andere Agrarpolitik. Dafür organisiert die Aktion 3.Welt Saar e.V. am 20. Januar 2018 zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin gemeinsam mit 50 weiteren Agrar- und Umweltorganisationen wieder die Demonstration „Wir haben es satt“:

www.a3wsaar.de. Im Januar 2017  nahmen rund 20.000 Menschen an dieser Demonstration teil. Wichtig für eine andere Agrarpolitik ist ein Ende der Vorrangpolitik für Gentechnik und vom aggressiven Freihandel.

Stattdessen brauchen Bauern weltweit sicheren Zugang zu Land, Wasser, Saatgut und Nahrung. Die bäuerliche Landwirtschaft muss den Vorzug vor der industriellen Landwirtschaft bekommen. Aktuell sorgen Agrarexporte aus Europa - vor allem Milch und Fleisch – dafür, dass Märkte in der 3.Welt zusammenbrechen, Bauernhöfe schließen müssen und Menschen verhungern.


Hintergrundinformationen:

Die Aktion 3.Welt Saar e.V. arbeitet mit im Trägerkreis von "Meine Landwirtschaft - unsere Wahl", in dessen Rahmen die Demonstration am 20.1. 2018 statt findet.

Zu den zwei Demonstration 2015 und 2016 hat sie die kritische Analyse „Licht und Schatten“ veröffentlicht und neben den schönen Seiten auch ein paar unschöne Seiten dieser sinnvollen Demonstration aufgezeigt.

Sozusagen ein Blick backstage:

http://tinyurl.com/gsfzojf (2016)

http://tinyurl.com/nlyz65r (2015)

Die Kritik wurde im aktuellen Demoaufruf positiv aufgegriffen.

 

Im Rahmen des Agrarprojektes „ERNA goes fair“ (www.erna.a3wsaar.de) der Aktion 3.Welt Saar, in dem Bauern und – bundesweit einzigartig – Gewerkschafter mitarbeiten, entstanden u.a. zwei Publikationen, die Alternativen für eine andere Agrarpolitik aufzeigen:

- „Milch billiger als Wasser – Faire Preise für Bauern. Welche Landwirtschaft wollen wir?“; vierseitige Flugschrift der Aktion 3.Welt Saar und des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM):

www.goo.gl/wQpTV

- Plakat „Für eine faire Landwirtschaft weltweit“; A1 Plakat für Erwachsenenbildung, Schulen, Hofläden und Stalltüren www.tinyurl.com/ntj68hw

 

ERNA goes fair wurde von Brot für die Welt und vom Katholischen Fonds mit dem bundesweiten Ökumenischen Förderpreis Eine Welt ausgezeichnet:

http://tinyurl.com/ncb342z

 

Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Brot_statt_B%C3%B6ller







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz