Bericht über die öffentliche Gelöbnisfeier der Bundeswehrrekruten in Saarlouis vom 23. August 2017


Fotos: FriedensNetz Saar


26.08.17
BewegungenBewegungen, Saarland 

 

Von Waltraud Andruet, Saarwellingen / Saarland

Wieder einmal erfuhren wir vom FriedensNetz-Saar relativ spät durch die Saarbrücker Zeitung von der öffentlichen Gelöbnisfeier der neuen Bundeswehrrekruten in Saarlouis. Dennoch nahmen sich fünf friedensbewegte BürgerInnen die Zeit, um am Mittwoch den 23. August morgens gegen 10 Uhr zum Kundgebungsplatz am Stadtgarten zu eilen und dort mit Transparenten und Fahnen gegen dieses historisch-unwürdige Ereignis zu protestieren.

131 Rekruten legten an diesem Tag im Stadtgarten den Treueeid ab, davon

95 Rekruten der Rekrutenkompanie 2 des Fallschirmjägerregiments 26 und

36 Rekruten des ABC Abwehrbataillons 750 (Baden).

Das Fallschirmjägerregiment ist als Teil der Luftlandebrigarde I (Stab in Saarlouis)

in Zweibrücken stationiert, das ABC-Abwehrbatallion in Bruchsal.

Im Rahmen eines öffentlichen Gelöbnisappells in der Garnisonsstadt Saarlouis haben die SoldatInnen im Stadtgarten gelobt, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen.

Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um die Begrüßung von Oberst Andreas Steinhaus (Kommandeur des Fallschirmjägerregiments) zu hören. Anschließend sprachen ein Rekrut und Innenstaatssekretär Christian Seel, der auf die Missstände in der Armee einging.

Wir wurden bei unserer Ankunft kurz vor 10.00 Uhr in unmittelbarer Nähe des eingezäunten und von Feldjägern gesicherten Geländes von der Polizei angehalten und nach unseren Personalien gefragt, deren Angabe wir verweigerten. Nur einer von uns gab Namen und Adresse mündlich an, dann ließ man uns passieren. Eine Polizistin bat uns, die Transparente nicht zu zeigen. Mit der Aufforderung, uns hinter den Absperrungen aufzuhalten und nicht zu stören, sowie dem Hinweis, dass die Bundeswehr  im Gelände das Hausrecht ausübe, gingen wir dann ungestört weiter, um uns einen passenden Platz auszusuchen. Den fanden wir auch, wie man auf den beigefügten Bildern sehen kann.

Nachdem wir schon den Stadtpark verlassen hatten kam es noch zu einer Auseinandersetzung  mit einem Bürger, der ebenfalls beim Gelöbnis anwesend war. „Ist das die ganze Friedensbewegung?“  meinte er, und bezeichnete uns als Gutbürger , die keine Ahnung hätten. Das wurde dann heftig dementiert, worauf er beleidigend wurde. Ein junger Mann, der uns entgegen kam, wollte spontan die Polizei rufen und als Zeuge auftreten, was wir dankend ablehnten. Der junge Mann erzählte dann, dass er auch beim Militär gedient habe. Ich sagte ihm, dass wir nichts gegen die SoldatInnen haben, aber gegen das System. Jeder sollte aus freiem Willen dienen, außerdem seien wir doch nur die Handlanger der USA. Dem stimmte der junge Mann zu.  Ich überreichte ihm Flyer von unserer „ Kampagne KRIEG BEGINNT HIER“, vom GELÖBNIX in Trier und vom Antikriegstag 2017, zu dem wir am Freitag, 1. September zu einem Friedensfest in Saarbrücken einladen

Offensichtlich hatten wir das Gelöbnis allein durch unsere stille Anwesenheit wirksam gestört, denn derjenige, der seine Personalien angab, erhielt kurz danach einen Anruf der Polizei, mit der Ankündigung, er müsse mit einer Strafanzeige wegen einer nicht angemeldeten Kundgebung rechnen. Das werden wir auf uns zukommen lassen und entsprechend reagieren, d.h. breite Öffentlichkeit herstellen, sofern es tatsächlich zu einer solchen völlig unbegründeten Anzeige kommen sollte. Zumal von der Bundeswehr selbst keinerlei Reaktion auf unsere Anwesenheit  bzw. unsere Transparente erfolgte.

Soweit mein Bericht vom öffentlichen Gelöbnis in Saarlouis.







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