Konzertblockaden der Lebenslaute stören den Betrieb im Fliegerhorst Schleswig-Jagel


Blockade am Hauptor


Musikalische Blockade an Tor 2; Fotos: Lebenslaute

21.08.17
BewegungenBewegungen, Schleswig-Holstein 

 

Von Lebenslaute

„Von Bass bis Sopran – gemeinsam gegen Rüstungswahn“

Seit 5:30 Uhr sind alle elf Zufahrten und Eingänge zum Fliegerhorst Schleswig-Jagel, auf dem das „Taktische Luftwaffengeschwader 51“ stationiert ist, von 80 OrchestermusikerInnen und SängerInnen des Netzwerks Lebenslaute mit Musikaufführungen blockiert, um Sand in die tödliche Maschinerie der Tornado- und Drohnenaufklärung und die direkte Kriegsbeteiligung zu streuen. Kein Fahrzeug kann den Bundeswehrstützpunkt erreichen oder verlassen (außer Rettungskräfte). Die aus der nahe gelegenen Kaserne und dem Umland anfahrenden SoldatInnen können Ihren Dienstplatz nicht erreichen und werden von Lebenslaute aktiv daran gehindert.

Vorkonzert 19.08.17. Am Samstag spielten wir um 19 Uhr in der Theaterschule Flensburg vor hundert begeisterten ZuhöhrerInnen unser Vorkonzert gegen Krieg, der vom Fliegerhorst Jagel ausgeht. Mit unseren Profi- und LaienmusikerInnen und unserer fantastischen Aktionsunterstützung verwandelten wir die Theaterschule in einen Konzertsaal der ganz besonderen Art. Chor und Orchester spannten einen musikalischen Bogen von afghanischen Weisen über Maurice Ravel bis zu Tänzen von Beethoven. Den Bühnenhintergrund bildete das Bild „Guernica“ von Picasso, welches die Kriegsgreuel des Einsatzes einer deutschen Fliegerstaffel im spanischen Bürgerkrieg thematisiert (s. Foto). Unsere Musik-AG hatte das Programm wieder einmal wunderbar unserem Anliegen angepasst. Der Tenor Gerd Büntzly sang die auch heute noch aktuelle Arie aus dem Oratorium von Händel „Waffenhandwerk schafft nur Unheil“. Neben drängend-nachdenklichen Liedern über verstümmelte Kriegsteilnehmer („Johnny, I Hardly Knew Ye“) oder den Verlust der Liebsten im Krieg („Trois beaux oiseaux du paradis“, Ravel) führten wir auch das selbst arrangierte Lied „Die letzte Schlacht“ von Ton Steine Scherben auf, wo wir die Notwendigkeit der Beharrlichkeit im antimilitaristischen Engagement betonten: „Den langen Atem haben wir!“ Sehr intensiv war auch für uns das Stück „Sag Nein!“ von Rzewski, der einen Text von Kurt Tucholsky vertonte, in dem es heißt: „Ihr sollt nicht stramm stehn, ihr sollt nicht dienen, ihr sollt frei sein, zeigt es ihnen!“.

Aktionstage 16.-21.08.17. Seit dem 16. August bereiten wir uns auf dem wunderbaren Anwesen der Basisgemeinde Wulfshagenerhütten bei Eckernförde auf unser Aktionskonzert am Montag vor. Die meisten kennen sich bereits vom Juni, als wir uns zum Probewochenende in Kassel getroffen hatten. Doch nun kommen täglich immer mehr MusikaktivistInnen dazu. Unser Programm während der Aktionstage ist pickepackevoll. Frühstück gibt es um 8 Uhr, dann beginnen jeden Morgen um 9 Uhr Musikproben und Aktionsvorbereitung. Die letzte Einheit endet um 22:00 Uhr. Abends hatten wir u.a. einen Infoabend mit der DFG-VK die uns detaillierte Infos zum Fliegerhorst gegeben haben, wir haben den Film National Bird geschaut, viel diskutiert und uns mit den Menschen unserer Unterkunft zu einem musikalischen Abend der Begegnung getroffen. Den ganzen Sonntag verbringen wir mit Aktionstraining und Rechtsinfos.

 

Der Fliegerhorst Schleswig-Jagel

Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Schleswig-Jagel ist das Taktische Luftwaffengeschwader 51 des deutschen Militärs stationiert. Hauptaufgabe ist das Ausspähen und die Erfassung von Zielkoordinaten mit RECEE-Tornados und Drohnen. Die Spionage-SoldatInnen von Jagel sind nach Afghanistan und Irak nun in Syrien und Mali im Krieg. Die Bundeswehr plant den Fliegerhorst zum zentralen Ausbildungszentrum der Luftwaffe zu entwickeln. Ab 2019 soll das Geschwader um bewaffnete Kampfdrohnen und anderes erweitert werden. Bis 2025 will Deutschland im europäischen Verbund eigene Kampfdrohnen bauen, die dann in Jagel stationiert werden sollen.







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