Ende Gelände kündigt massiven Widerstand gegen fossiles Rollback an

17.12.22
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Proteste bei Eröffnung von LNG-Terminal in Wilhelmshaven - Aktionen gegen die Räumung von Lützerath

Von Ende Gelände

Anlässlich der Eröffnung des ersten Flüssiggas-Terminals in Wilhelmshaven am heutigen Samstag hat das Aktionsbündnis Ende Gelände massiven Widerstand gegen ein Rollback bei der Nutzung fossiler Energien angekündigt. Es gab sowohl eine Protestaktion in Wilhelmshaven gegen den Ausbau von Infrastruktur für Flüssiggasimporte als auch Solidaritätsaktionen in mehreren deutschen Städten gegen den drohenden Abriss des Dorfes Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler. Mit den verschiedenen Aktionen will das Bündnis für Klimagerechtigkeit die grundsätzliche Abkehr von den fossilen Energien Öl, Kohle und Gas forcieren.

Dazu Charly Dietz, Pressesprecherin von Ende Gelände:
„Wir sind mitten in der Klimakrise. Aber statt endlich aus Öl, Kohle und Gas auszusteigen und eine radikale Energie- und Wärmewende einzuleiten, erleben wir ein massives Comeback fossiler Energien. Heute geht in Wilhelmshaven das erste deutsche LNG-Terminal an den Start. Dabei ist Gas ein Brandbeschleuniger der Klimakrise. Zehn weitere Flüssiggas-Terminals sollen folgen und können bis 2043 jährlich mehr Gas nach Deutschland schaffen, als derzeit verbraucht wird. Wir werden uns dem Import von LNG entschieden entgegenstellen. Wer so skrupellos unsere Zukunft verfeuert, muss mit massivem Widerstand der Klimagerechtigkeitsbewegung rechnen.“

Bei der Produktion und dem Transport von Flüssiggas entweicht das Treibhausgas Methan in die Atmosphäre, das um ein Vielfaches klimaschädlicher ist als CO2. In ihrer Klimabilanz sind Flüssiggas und Kohle daher vergleichbar. Wissenschaftliche Studien zeigen zudem, dass der Bau von LNG Terminals Überkapazitäten bei fossilem Gas schafft. Für die Versorgungssicherheit sind demnach weder der Bau von LNG-Terminals noch die Reaktivierung von alten Kohlekraftwerken notwendig. Sie stehen stattdessen im Widerspruch zum schnellen Ausstieg aus fossilen Energien und werden zum Hindernis für die nötige Energiewende.

Dazu Dina Hamid, Pressesprecherin von Ende Gelände in Nordrhein-Westfalen:
„Es ist völlig klar, dass hinter dem fossilen Rollback die Profitinteressen der Energiekonzerne stehen. Während in der aktuellen Krise viele nicht mehr wissen, wie sie ihre Energierechnung bezahlen sollen, machen RWE und Co. auch dieses Jahr wieder Rekordgewinne. Daher kämpfen wir in Lützerath nicht nur für Klimagerechtigkeit, sondern auch für die Vergesellschaftung von Energiekonzernen und einen grundlegenden Systemwandel. Für uns ist klar: In einem System, in dem Profite und nicht Bedürfnisse zählen, kann es keine soziale Gerechtigkeit geben.“

Bereits in den vergangenen Jahren hat das Aktionsbündnis Ende Gelände Massenaktionen zivilen Ungehorsams für den sofortigen Gasausstieg durchgeführt. So haben in Brunsbüttel mehrere tausend Menschen das Industriegebiet ChemCoast Park wegen des dort geplante Flüssiggas-Terminals blockiert und in Wilhelmshaven haben Hunderte die Baustelle der Pipeline zum dortigen LNG-Terminal besetzt. Ende Gelände hat sich 2015 gegründet und mit massenhaften Blockaden in Braunkohlerevieren den Diskurs um Kohleausstieg, Klimakrise und Klimagerechtigkeit geprägt. Für Januar hat das Bündnis zu Massenaktionen gegen die Räumung des bedrohten Dorfes Lützerath aufgerufen.

 







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