Klimaaktivist*innen von Sand im Getriebe besetzen Balkon am Willy-Brandt-Haus

17.06.22
BewegungenBewegungen, Umwelt, Berlin, TopNews 

 

Von Sand im Getriebe

Bundesweite Aktionstage für eine sozial- und klimagerechte Verkehrswende

Im Rahmen der bundesweiten Aktionstage für eine sozial- und klimagerechte Verkehrswende haben wir, Aktivist*innen von Sand im Getriebe, heute Morgen die Parteizentrale der SPD in Berlin mit einem Banner verziert. Mit dem Slogan "Klimakanzler? Wir sind schwarz gekleidet und machen deinen Job" weisen wir auf das klimapolitische Versagen der Ampel-Koalition hin.

Wir sind hier, um unsere Wut gegenüber der Bundesregierung und dem Bundeskanzler zu zeigen. Vor wenigen Wochen erst reagierte Kanzler Olaf Scholz auf eine Aktion von Klima-Aktivistis genervt und unangemessen. Gegenüber der Presse erklärte er die Aktion erinnere ihn an "eine Zeit, die Gott sei Dank lange zurückliegt" und zieht damit bewusst Parallelen zwischen dem Kampf für eine lebenswerte Zukunft auf einem bewohnbaren Planeten und dem NS-Terror Regime.

Im Kontext des wachsenden Rechtspopulismus in Deutschland und dem anhaltenden Neokolonialismus des Globalen Nordens gibt es für solche Aussagen weder eine Rechtfertigung noch eine Entschuldigung. Diese erwarten wir auch nicht, denn wir wissen schon lange: mit der SPD - wie mit allen anderen Bundestags-Parteien - werden das Klima, der Planet und die Menschheit nicht gerettet. Mit dieser Politik steuern wir auf eine Zukunft voller Naturkatastrophen zu, die vor allem Menschen und Tiere im globalen Süden trifft, obwohl sie am wenigsten dazu beitragen. Nicht nur das - auch jetzt schon leiden und sterben Menschen unter den realen Folgen der Klimakrise - und Olaf Scholz ist genervt, wenn man ihn auf diese Wahrheit hinweist. Er zieht Nazi-Vergleiche, um von seinem eigenen Nichtstun abzulenken und befeuert damit reaktionäre, anti-demokratische und rechtspopulistische Stimmen. Er ebnet den Weg für noch mehr Gewalt gegen Klima-Aktivistis und zerstört das Vertrauen der jungen, um das Klima besorgten Menschen in die Demokratie.

Mit jedem Tag des Nichtstuns wird die Klimakrise größer, unsere Handlungsmöglichkeiten gegen sie schmaler und die daraus resultierenden gesellschaftlichen Gräben tiefer. Laut neuesten Daten der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) werden wir die 1,5-Grad-Grenze der Erderhitzung schon 2026 überschreiten. Es ist also möglich, das der selbsternannte "Klimakanzler" Olaf Scholz noch in seiner eigenen Amtszeit daran scheitert, das Pariser Abkommen einzuhalten.

Herr Scholz, Ihr Respekt für grundlegende wissenschaftliche Fakten sowie ihr Geschichtsverständnis sind eine Schande für Deutschland. Ihr Wegschauen ist eine Gefahr für die Demokratie - und nicht die Aktionen von engagierten Klima-Aktivistis! Sie und mit Ihnen die gesamte Bundesregierung dürfen nicht länger die Augen vor der Realität der Klimakrise verschließen.

Deswegen fordern wir:

  • Eine ökologische, soziale und feministische Mobilitätswende, die auf autofreie Städte,viel mehr Platz für Fuß- und Radverkehr sowie einen massiv ausgebauten undkostenlosen Nahverkehr setzt!
  • Eine grundsätzliche Abkehr vom Autokapitalismus und einen Um- und Rückbau derAutomobilindustrie!
  • Für diese Veränderungen werden wir weiterhin auf der Straße kämpfen und unsereZukunft selbst in die Hand nehmen. Denn auf den selbsternannten Klimakanzlerkonnten und wollten wir uns als Bewegung noch nie verlassen!






<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz