Für einen Kölner Karneval 2022 ohne Pferde und mit viel Spaß für alle! - Das Netzwerk für Tiere Köln startet Petition.

14.02.21
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Von NTK

Heute ist Rosenmontag, der Höhepunkt der 5. Jahreszeit. Dieses Jahr ganz anders als sonst, denn Corona-bedingt findet 2021 kein „normaler“ Karneval statt. Doch nicht für alle ist das schlecht: Die Pferde, die jedes Jahr gezwungen werden, unter Qualen im Zug mitzulaufen dürfen dieses Jahr zu Hause bleiben. Das Netzwerk für Tiere Köln fordert von der Stadt Köln, dass dies auch 2022 und in jedem Jahr danach so bleibt, denn Tiere gehören nicht in einen Karnevalsumzug!

Im Sinne dieser Forderung hat das NTK nun eine Petition gestartet, mit der sie die Stadt Köln erneut dazu auffordern möchten, endlich zu handeln (abrufbar unter https://www.openpetition.de/petition/online/tierleid-beenden-pferde-aus-dem-rosenmontagszug). Am 11.11.2021 soll die Petition an den Rat der Stadt Köln überreicht werden, bis dahin werden online und auf Papier Unterschriften gesammelt.

Insbesondere schon die Rechtswidrigkeit dieser Praxis spricht gegen das Mitführen von Pferden im Rosenmontagszug. Das Heranziehen zu einer Schaustellung, sofern damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind, ist ein Verstoß gegen § 3 Satz 1 Nummer 6 Tierschutzgesetz (TierSchG). Es ist allgemein anerkannt, dass Stress unter den Begriff „Leiden“ fällt und auch die Stadt Köln erkannte dies 2020 an, indem sie zwei Ordnungswidrigkeitsverfahren im Rahmen derartiger Verstöße einleitete, eines davon auf Basis einer der sechs Anzeigen von NTK und der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V., eines sogar eigenständig.

Zahlreiche Expertenmeinungen belegten in einer Umfrage des NTK, dass die Pferde unter Umständen wie im Rosenmontagszug maximal gestresst sind. Es sind Fluchttiere, ihre Sinne sind wesentlich feiner ausgeprägt als die des Menschen. So können sie bis in den Ultraschallbereich hören und werten hochfrequente Geräusche, wie von Konfettipistolen, als unspezifischen Alarm. Ihre Augen haben mehr Sinneszellen als menschliche, sie haben nahezu einen Rundumblick und sind besonders darauf ausgelegt, am Horizont bewegte Objekte wie potentielle Feinde gut wahrzunehmen.

Der Kölner Rosenmontagszug ist eine Spaßveranstaltung, er lebt von den Millionen von Zuschauern, von der lauten Musik und der „Kamelle“. All dies löst in Pferden erheblichen Stress aus, der leicht in eine Fluchtreaktion münden kann. Ein 600kg schweres Pferd auf der Flucht kann durch nichts mehr gehalten werden, es stellt ein gewaltiges, abwendbares Sicherheitsrisiko für alle Beteiligten dar. „Dass bei den beiden Unfällen mit Kutschpferden 2018 niemand gestorben ist, war reines Glück“, so Natalie Steffen vom NTK, „und derartige Unfälle werden mit großer Sicherheit wieder geschehen. 2020 konnten wir an genau derselben Stelle Situationen beobachten, die schnell hätten eskalieren können“.

Alle diese Fakten sind der Stadt Köln und dem Festkomitee Kölner Karneval von 1823 e.V. bekannt, sie handeln jedoch nicht, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet wären, nach § 16a TierSchG präventiv mit geeigneten Maßnahmen einzugreifen, um künftige Rechtsverstöße zu verhindern. Die „Wahrung der Tradition“ wiegt für die Verantwortlichen höher, als der sogar im Grundgesetz verankerte Tierschutz.

 







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