Öl-Pipeline steht still - Lebenserklärung von Habeck steht weiterhin aus

05.05.22
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Von Letzte Generation

Seit heute morgen um 9 Uhr steht die RRB-Öl-Pipeline still. Erneut haben Bürgerinnen und Bürger der Letzten Generation an zwei Stellen die Notfall-Absperrsysteme angesichts des Klimanotfalls aktiviert und den Öl-Fluss gestoppt. Denn was, so fragen sie, wenn nicht die Zerstörung von Milliarden Menschenleben ist ein Notfall?

Die Letzte Generation fordert mit ihren Störungen von der Bundesregierung, dass wir uns gegen fossile Brennstoffe und für das Leben entscheiden. Robert Habeck soll eine Lebenserklärung abgeben und erklären: Es wird keine neue fossile Infrastruktur geben, insbesondere keine neuen Öl-Bohrungen in der Nordsee. „Wir befinden uns in einem Klimanotfall. Weitere fossile Infrastruktur kommt einer Kriegserklärung an die pazifischen Inselstaaten gleich. Wie der Präsident des Inselstaats Palau Surangel Whipps Jr sagte: Wir könnten genauso gut Bomben auf sein Land werfen [1]. Und trotzdem plant die Bundesregierung weiter fossile Infrastruktur auszubauen! Da mache ich nicht mehr mit!“, erklärt der Projektmanager Edmund Schultz (58) aus Braunschweig, warum er erneut friedlich das Notfallsystem der Öl-Pipeline aktiviert hat.

Fossile Brennstoffe zerstören. Sie finanzieren blutige Kriege und zerstören unser Klima. Sie befeuern Überschwemmungen, Hitzetote und den Zusammenbruch unserer Zivilisation. Trotzdem will FDP-Chef Lindner nach Öl in der Nordsee bohren. Und der grüne Wirtschaftsminister Habeck prüft genau das. 

„Jetzt Geld in den Ausbau dieser veralteten und zerstörerischen Technologie zu pumpen und dafür Ölplattformen im Nationalpark Wattenmeer aufzustellen ist Wahnsinn – fossiler Wahnsinn! Wir brauchen keine neue fossile Infrastruktur. Wir brauchen eine Lebenserklärung der Bundesregierung: Eine Erklärung, dass sie sich FÜR den Schutz von Leben einsetzen wird statt dagegen. Ein Zeichen, dass unsere Regierung bereit ist, den ersten Schritt in die richtige Richtung zu gehen, anstatt weiterhin in die falsche zu rennen.“, erklärt Schreiner aus München Lukas Popp (23), warum er sich den Protesten angeschlossen hat und heute den Öl-Fluss stoppt.

Hunderte Tonnen Öl gestoppt – RRB Pipeline über mehrere Stunden immer wieder abgedreht

285 t Öl kann die RRB-Pipeline zwischen Rostock und Leuna bzw. Böhlen durchschnittlich pro Stunde transportieren [1]. In einem Zeitraum von sechseinhalb Stunden haben couragierte Bürger:innen heute den Ölfluss immer wieder zum Erliegen gebracht und damit den Transport von bis zu 1800 t Rohöl verhindert. Die sechs Personen betätigten die für Notfälle, wie den Klimanotfall, vorgesehenen Absperrsysteme der Pipeline.

Einer von ihnen war der 30-jährige Psychologe Lars Werner aus Göttingen: „Ich bin davon überzeugt, dass die Mehrheit dieser Gesellschaft so wie ich eine bessere Zukunft will. Deswegen stelle ich mich der fossilen Zerstörung in den Weg. Herr Habeck muss jetzt eine Lebenserklärung abgeben. Kein neues Öl, Kohle oder Gas mehr. Volle Kraft voraus bei Wind und Solar.“

Alle sechs Menschen, die heute zwischen 09:30 und 16:00 friedlich die Pipeline zudrehten, wurden vorerst in Polizeigewahrsam genommen.

Genau Orte, an denen abgedreht wurde:

Ort 1: RRB 20 - Schieberstation bei Osterweddingen

Ort 2: RRB 12 - Schieberstation bei Gorsleben

Ort 3: RRB 21 - Schieberstation bei Schnarsleben  

[1] S.10 docplayer.org/9520889-Rohstoffpipeline-rostock-boehlen.html

 







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