Elegant und schwarz gekleidet – bundesweite Blockaden im Zeichen von Scholz' Nazi-Vergleich

07.06.22
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Von Letzte Generation

Die friedlichen Bürger:innen der Letzten Generation unterbrachen heute Morgen erneut mit bundesweiten Straßenblockaden den Verkehrsfluss. Sie setzen sich gegen den Ausbau der fossilen Energien und insbesondere gegen neue Ölbohrungen in der Nordsee ein. In Anlehnung an die kürzlichen, umstrittenen Äußerungen von Bundeskanzler Olaf Scholz rund um seinen mutmaßlichen Nazi-Vergleich kleideten sich die Blockierenden unter ihrer Warnweste heute in elegantem Schwarz.

Elegant, schwarz und mit Warnweste protestiert heute auch der Ingenieur für Umwelttechnik Wolfgang Metzeler-Kick. Auf die Frage nach seinen Beweggründen gibt er an: “Ich bin fassungslos. Als Vater aber auch als Bürger eines Landes mit einer grausamen Vergangenheit sehe ich meine Bürgerpflicht darin, im Klimanotfall zu handeln, um unser Leben und den Rechtsstaat zu schützen! Uns rennt die Zeit davon. Der Klimakollaps und der von der Regierung geplante weitere Ausbau der tödlichen fossilen Infrastruktur führt uns in Gewalt, Autokratie und Hunger.” Und weiter: “Wir haben noch eine Chance: Durch friedlichen zivilen Widerstand werden wir die Regierung um Olaf Scholz überzeugen, sich für unser Leben und die Demokratie zu entscheiden – eine Welt, die ich meinen Kindern und Enkeln hinterlassen kann. Deshalb rufen wir unsere Mitbürger:innen dazu auf, sich unsere Vorträge anzuhören und mit uns auf die Straße zu kommen.”

Scholz hatte einige Tage zuvor für Aufruhr gesorgt, indem er auf dem Katholikentag in Stuttgart (27.5.2022) in Reaktion auf eine Störung der Veranstaltung durch Moritz Riedacher von der Letzten Generation die Fassung verloren hatte. Er verglich dabei friedliche Proteste für den Klimaschutz mutmaßlich mit der Zeit des Nationalsozialismus [1]: „Diese schwarzgekleideten Inszenierungen bei verschiedenen Veranstaltungen von immer den gleichen Leuten erinnern mich an eine Zeit, die lange zurückliegt – und Gott sei Dank!“ [1] Auf die Nachfrage der dpa bekräftigte der Kanzler einige Tage später seine umstrittenen Äußerungen erneut: “Ich finde, dass schwarz gekleidete Leute, die auf Veranstaltungen sind, sich in einer Weise, die für die Demokratie nicht in Ordnung ist, aufführen.” [2]

Auf dem sozialen Netzwerk Twitter führte Scholz Aussage zu zahlreichen Solidarisierungen mit den Klimaschützer:innen. Nutzer:innen kündigten an, aus Kritik an den Aussagen des Bundeskanzlers nun schwarz zu tragen und posteten Bilder von Scholz in schwarzer Kleidung. Ab dem 18.06 plant die Bürger:innenbewegung ihren friedlichen Protest wieder in die Bundeshauptstadt zu verlagern. Das kündigten sie der Bundesregierung vergangenen Freitag in einem offenen Brief an. [3]

[1] Olaf Scholz, Katholikentag in Stuttgart, 27.05.2022, aufrufbar unter: www.youtube.com/watch?v=QwM_cBuUaxs 

[2] Olaf Scholz, Pressekonferenz beim EU-Gipfel in Brüssel, 31.05.2022, aufrufbar unter: www.youtube.com/watch?v=dJLL0gzUrdg&t=688s 

[3] Offener Brief an die Bundesregierung vom 3. Juni 2022: letztegeneration.de/wp-content/uploads/2022/06/Brief-an-die-Bundesregierung-3.6.2022.pdf







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