Russische Umweltschützer heute im Bundesumweltministerium: 70 000 Unterschriften gegen Uranmüllexporte Gronau-Russland


Bildmontage: HF

23.01.20
BewegungenBewegungen, Umwelt, Internationales, NRW, TopNews 

 

Von BBU

Der Energieexperte von Greenpeace Russland, Rashid Alimov, und der Ko-Vorsitzende der russischen Umweltorganisation Ecodefense, Vladimir Slivyak, überreichen heute Mittag (23.01.2020) in Berlin dem Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, rund 70 000 russische Unterschriften gegen die seit Mai 2019 wieder aufgenommenen Exporte von Uranabfällen aus der Urananreicherungsanlage Gronau nach Russland.

Die russischen Umweltorganisationen fordern gemeinsam mit Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland und dem Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz den sofortigen Stopp der Atomtransporte nach Russland. Die 70 000 Unterschriften wurden von Greenpeace Russland im Rahmen einer Online-Petition gesammelt. Die Petition richtet sich auch an die Energiekonzerne RWE und EON, denen ein Drittel der in Gronau tätigen Urananreicherungsfirma Urenco gehört.

Alimov und Slivyak wollen den Staatssekretär auf die vielen ungelösten Probleme in Russland im Umgang mit dem abgereicherten Uranhexafluorid hinweisen. Dieses fällt in den Urananreicherungsanlagen wie in Gronau in großen Mengen als Abfallstoff an. Während der Urananreicherer Urenco in Gronau schon mit einigen Zehntausend Tonnen dieses Uranmülls nicht umgehen kann und will, lagern in Russland bereits rund 1 Mio. Tonnen – eine sichere Entsorgung ist genau wie in Deutschland ungelöst.

Im November 2019 schlug der staatliche russische Atomkonzern Rosatom deshalb den Bau von neuen Schnellen Brütern vor, um den riesigen Berg an abgereichertem Uranmüll bis 2080 zu bewältigen. Das aber würde de facto sogar einen Ausbau der Atomindustrie in Russland bedeuten.

"Wir unterstützen die russischen Umweltorganisationen und setzen uns gemeinsam für ein Ende der Uranmüllexporte von Gronau nach Russland ein.

Es ist ein Unding, dass die Bundesregierung diese Exporte überhaupt durchgewunken hat. Atomabfälle, die in Deutschland anfallen, müssen auch hier entsorgt werden. Russland ist nicht die Atommüllkippe für die hiesige Atomindustrie," erklärte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Weitere gemeinsame Proteste sind geplant.







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