Keine Chemnitzer Verhältnisse in Hamburg – Kein Platz dem rechten Mob!


Screenshot: Hamburger Bünsnis gegen Rechts

03.09.18
AntifaschismusAntifaschismus, Hamburg 

 

Von Hamburger Bündnis gegen Rechts

Das „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ (HBgR) ruft dazu auf gemeinsam, lautstark und solidarisch am kommenden Mittwoch den 5. September gegen die geplante Kundgebung der extremen Rechten auf dem Gänsemarkt zu protestieren. Wir haben seit dem Frühjahr darauf hingewiesen, dass sich hinter der Chiffre „Merkel-muss-weg“ (MMW) genau der üble, braune Mob von AfD-MitläuferInnen, Nazi-Hooligans, rechten Türstehern, NPD-Aktivisten, völkischen Identitären, Burschenschaftern und Pegida-AnhängerInnen verbirgt, welcher jetzt in Chemnitz mit Hitlergrüßen und Hetzjagden zur Lynchjustiz gerufen hat. Wer Entwicklungen wie in Chemnitz verhindern will, der muss jetzt in Hamburg auf die Straße gehen und dafür sorgen, dass die Rechten hier keinen Fuß auf den Boden bekommt.

Wer sind die rechten Hetzer?

Die MMW-Aufmärsche kritisieren die Bundeskanzlerin von rechts außen, indem sie sie als Bundeskanzlerin stellvertretend für eine vermeintliche Überfremdung verantwortlich machen und fordern, die Grenzen dicht zu machen und geflüchtete Menschen abzuschieben. Nach jahrelangen, erfolglosen Versuchen von AfD, Pegida-HH oder Hooligans in Hamburg Aufmärsche zu inszenieren, versuchen es jetzt Personen, welche auf den ersten Blick nicht einer rechten Partei oder Nazigruppierungen zuzuordnen sind. Strippenzieher von MMW ist seit Anbeginn Thomas „Togger“ Gardlo, der im Frühjahr noch unschuldig wirkende junge Frauen vorschickte, jetzt die Tarnung jedoch aufgegeben hat. Gardlo hat eine lange rechte Vergangenheit und war früher im Umfeld der inzwischen verbotenen FAP tätig. Nach taz-Informationen wurde er in der Vergangenheit wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahls und Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt. Erst 2016 veranstaltete die „Türsteher-Legende“ Gardlo Wehrsportübungen im Haus der neofaschistischen Hamburger Burschenschaft Germania gemeinsam mit Angehörigen der völkischen Identitären Bewegung. Auch das übrige direkte Umfeld von Gardlo kommt vor allem aus der rechten Türsteher- und Hooliganszene, welche in der Vergangenheit an Nazi-Aufmärschen aber auch an AfD-Veranstaltungen teilnahm. Mittlerweile begrüßte Gardlo eine Verbrennung der Kanzlerin auf der Facebookseite von MMW und andere Nazis fordern offen Gewalt bis hin zum Schusswaffeneinsatz. Die Hamburger AfD unterstützte Gardlo in der Vergangenheit durch Aufrufe zur Teilnahme, parlamentarische Anfragen und Veranstaltungen im Hamburger Rathaus mit einer Anmelderin und einem Redner von MMW.

Den Worten müssen Taten folgen

Dass in Hamburg bisher kaum Platz für rechte Aufmärsche war, ist vor allem ein Erfolg der antifaschistischen Bewegung und einer starken Zivilgesellschaft auf der Straße. Wir begrüßen, dass die Zuständigen im Hamburger Senat auch klare Worte gegen den braunen Sumpf gefunden haben.

Doch es bleiben wohlfeile Worte, solange keine Taten folgen. Wer auf die abscheulichen Ereignisse in Chemnitz verweist und sich darüber zu echauffiert, sollte den Anfängen in der eigenen Stadt wehren und selbst zu Protesten in Hamburg aufrufen. Wenn die SPD meint in Chemnitz sei Dunkeldeutschland, Hamburg aber eine weltoffene Stadt, dann sollte Bürgermeister Peter Tschentscher Hamburg zur „open city“ für Geflüchtete erklären, wie dieses gestern 16.000 Menschen bei der „Seebrücke“-Demonstration forderten. Stattdessen müssen wir damit rechnen, dass die Innenbehörde dem rechten Mob im wahrsten Sinne des Wortes den Weg bereitet. Wie bei rechten Aufmärschen der letzten Jahre üblich, wird die Behörde den HHV wieder einmal zwingen die Rechten auf Steuerkosten in Sonderzügen zu transportieren.

Alle, die für eine demokratische, offene und solidarische Gesellschaft eintreten, sind aufgefordert, den rechten Aufmärschen und ihrem Inhalt zu widersprechen. Gemeinsam müssen wir eine breite antifaschistische Zivilgesellschaft schaffen mit dem Ziel, diese Veranstaltungen zu beenden. Alle sind aufgefordert, im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beizutragen und sich dem rechten Treiben zu widersetzen.

Das HBgR demonstriert jeden ersten Mittwoch im Monat ab Hachmannplatz um 17:30 Uhr durch die Innenstadt und protestiert anschließend lautstark dort wo die Rechten hetzen.

 

Hamburger Bündnis gegen Rechts

 

Quellen:

http://www.taz.de/!1126398/

https://www.zeit.de/hamburg/politik-wirtschaft/2017-02/identitaere-bewegung-hamburg-rechtsextremismus

https://exif-recherche.org/?p=2523







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