Offener Brief: Keine AfD Propaganda per Wochenzeitung „der neue RUF“!


Bildmontage: HF

17.08.18
AntifaschismusAntifaschismus, Hamburg, TopNews 

 

Von Hamburger Bündnis gegen Rechts

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Wochenblatt „der neue RUF“ hat am 16. Juni 2018 zusammen mit Ihrer Wochenzeitung auch das AfD-Propagandablatt „Uns Hamburg“ verteilt.

Hierbei wurden wahrscheinlich bis zu 112.000 Ausgaben in den Gebieten Wilhelmsburg, Harburg und Süderelbe verteilt. Fast alle hatten besagte Ausgabe der AfD-Fraktion als Beilage.

Schon ab der ersten Seite kann man den Zweck der AfD-Zeitschrift erkennen. Durch das gezielte Weglassen von Fakten wird dem*r Leser*in suggeriert , dass die Probleme die er*sie in Deutschland sieht ihren Ursprung in der Migration im Allgemeinen, in Geflüchteten und deren angeblicher Kriminalität haben.

Diese populistische und rassistische Erklärung wird von der AfD zum Beispiel im ersten Artikel ihrer Beilage erzeugt. So erfährt man dort nichts über die Motive bezüglich zweier in Hamburg verübten Straftaten, außer dass diese aus religiösen Gründen verübt worden seien. Neben der Tatsache, dass sich hier auf zwei Straftaten von Menschen mit Migrationshintergrund fokussiert wurde, und dabei unerwähnt bleibt, wie viele weitere Straftaten sonst noch in diesem Zeitraum verübt worden sind, fungiert die Auslassung von anderen Informationen bezüglich der Motive als gezielte rassistische Angstmache. So sei eigentlich zu den Motiven und Hintergründen zu erwähnen, dass die Straftat in Barmbek von einem psychisch erkrankten Mann ausgeführt wurde und der zweite Fall eine Beziehungstat war. Damit füttert die AfD die Logik, dass solche Straftaten nur in der Herkunft der Täter*innen zu begründen wären und ignoriert die dabei aus politischer rechter Hetze die reale Faktenlage der einzelnen Straftaten.

Des Weiteren wird in dieser Zeitung ein Artikel von Matthias Matussek abgedruckt, welcher als ehemaliger Redner bei den „Merkel muss weg“ – Demos sprach und zugleich in diesem Artikel erneut zu kommenden Demonstrationen aufruft. An dieser Stelle wollen wir erneut deutlich machen, dass es sich bei „Merkel muss weg“ Demos nicht um einen Protest gegen den Status Quo handelt, sondern die Demonstration ein Sammelbecken von handfesten Neonazis und Identitären ist, mit populistischen Parolen fälschlicherweise einfache Antworten auf ein Unsicherheitsgefühl gibt und letzten Endes rechte Hetze verbreitet anstelle den Status Quo konstruktiv zu bekämpfen.

So fragen wir uns allgemein, ob dies nun die neue Gesinnung des RUFs ist, oder ob nur aus finanziellem Interesse so gehandelt wird. Egal welche Antwort diese Frage bekäme, für uns ist eines klar: Rechte Hetze und Angstpopulismus als Beilage einer Wochenzeitung zu verbreiten ist ein Schlag ins Gesicht für alle Bürger*innen welche gerne in einer vielfältigen und multikulturellen Stadt wie Hamburg leben. Denn anstelle von Menschlichkeit, Solidarität und einer differenzierten Berichterstattung reiht sich die Zeitung durch die Verbreitung selbst in die Ausweitung von rechter Propaganda ein! Deshalb fordern wir den neuen RUF auf: Jegliche Gewinne dieser Aktion an Projekte zu stiften die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren und Perspektiven für die Geflüchteten ermöglichen. Des Weiteren sollten die Verantwortlichen sich zu diesem Vorfall äußern und ein klares Zeichen gegen rechte Hetze in Ihrem Wochenblatt etablieren. Zur Kenntnisnahme haben wir diesen Offenen Brief auch an andere Hamburger Medien geschickt.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Hamburger Bündnis gegen Rechts







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