Replik zum Artikel der RKOB aus Wien

22.09.14
AntifaschismusAntifaschismus, Internationales, Bewegungen, TopNews 

 

von Max Brym

Der traurige latente Antisemitismus der RKOB aus Wien

In Österreich gibt es eine pseudotrotzkistische Organisation namens RKOB. Im vollen Wortlaut heißt diese Organisation“  Revolutionär-Kommunistischen Organisation BEFREIUNG(RKO BEFREIUNG)“. Schon der Name dieser Organisation ist etwas absurd.

Revolutionär und kommunistisch scheint nicht zu genügen, es muss im Namen auch noch das Wort „Befreiung“ hinzufügt sein . Allerdings hat diese Organisation mit ihrem Namen nicht das geringste zu tun. Am 20. September publizierte diese Organisation einen Artikel auf „Scharf-links“.

Statt sachlich über eine Demonstration gegen die rechtspopulistische FPÖ in Österreich zu berichten ,startete dieser Verein einen Rundumschlag gegen andere linke Organisationen und selbstverständlich gegen die Zionisten. Der Artikel hat die Überschrift-“Demo gegen Krauss oder: Das traurige Schicksal der sogenannten „Linken“.

Diese Spezialisten in Sachen Antizionismus schreiben:
"Schlimmer noch als dieses feige und undemokratische Vorgehen, wurde ohne uns in Kenntnis zu setzen knapp vor der Demo auch eine zionistische Organisation ins Bündnis geholt, Hashomer Hatzair. Es handelt sich dabei um eine internationale Organisation, die auf ihrer Homepage stolz verkündet, dass ihre Mitglieder 1948/49 in den Reihen der zionistischen Terrororganisationen Hagana und Palmach kämpften. Diese paramilitärischen Einheiten ermordeten und vertrieben damals hunderttausende PalästinenserInnen.“

Woher diese Leute ihre Informationen haben verschweigen sie tunlichst. Offensichtlich sind jüdische Organisationen, die sich für das Selbstbestimmungsrecht der Hebräer einsetzen grundsätzlich abzulehnen. Die oben genannten Organisationen kämpften 1948 gegen die Vernichtungsdrohungen diverser arabischer Staaten, die von einem englischen General befehligt wurden.

Den Kampf gegen die Vernichtung der jüdischen Menschen in dem Gebiet konnte nur gewonnen werden, aufgrund der Unterstützung durch die damalige Sowjetunion, sowie durch Waffen aus der Tschechoslowakei. Auf der Homepage sowie in sämtlichen Publikationen der RKOB findet keinerlei Differenzierung gegenüber unterschiedlichen jüdischen Parteien und Organisationen in der damaligen Zeit und heute statt. Die Hashomer Hatzair, waren historisch eine linke zionistische Organisation, im scharfen Gegensatz zu den Zionistenrevisionisten ,denen damals Menachim Begin angehörte.

Die „Ultrarevolutionäre“ des RKOB bescheiden sich nicht damit die herrschenden kapitalistischen Produktionsverhältnisse in Israel zu kritisieren und die rechte israelische Regierung zu attackieren, sondern sie treten bedingungslos für ein „ Rotes Palästina“ ein. Damit ignorieren sie in das Selbstbestimmungsrecht der Israelis. Für jeden Marxisten hört an diesem Punkt die Debatte normalerweise auf. Wer die Seiten des RKOB studiert kommt zu dem Schluss, dass sie der Hamas noch irgendwelche progressiven Seiten zugestehen.

Absurderweise benützt diese Organisation Lenin als Kronzeugen. Bekanntlich unterschied Lenin zwischen der Nationalismus einer unterdrückten und dem Nationalismus einer unterdrückenden Nation. Lenin trat für das Selbstbestimmungsrecht der Völker ein. Die richtige Formel von Lenin kann allerdings eine konkrete marxistische Analyse nicht ersetzen. Der Marxismus hat nur dann einen Wert wenn er als Methode verstanden und angewandt wird. Der islamistische Nationalismus der Hamas, ist konkret betrachtet ein konter- revolutionäres faschistoides Produkt der Verzweiflung.

Diese Bewegung kann keinesfalls gleichgesetzt werden mit den Bewegungen der Inder und Iren, oder der Kosova- Albaner, gegen ihre nationale Unterdrückung. Die Hamas hat nichts gemein mit der fortschrittlichen kurdischen Nationalbewegung, gegen koloniale Unterdrückung und Imperialismus. Die Hamas selbst ist ein perfides Abfallprodukt imperialistischer Politik.

Diesen stinkenden Abfall zu unterstützen und sei's nur „militärisch“ was immer das auch heißen mag, geht keinesfalls als revolutionäre Politik durch. Beim lesen der Seiten der RKOB stellt man fest, dass die Mehrzahl ihrer internationalen Artikel, der so genannten Palästina- Solidarität gewidmet sind. Dr. Freud hätte daraus seine logischen Schlüsse gezogen. Das Selbstbestimmungsrecht der Israelis wird grundsätzlich ignoriert. Dieses ist nichts weiter als latenter Antisemitismus.

Denn warum wird ausgerechnet den Hebräern das Recht auf einen eigenen Staat abgesprochen? Gegenüber den Menschen in imperialistischen Hauptländern wie Deutschland, Frankreich, oder den USA wird das korrekterweise nicht getan. Einzig den Israelis wird das Recht auf einen eigenen Nationalstaat, vor einer in der Zukunft liegenden sozialistischen Weltföderation abgesprochen.

Dies ist nichts weiter als offener latenter Antisemitismus im pseudomarxistischen Gewand. Der alte Marxist Isaak Deutscher schreibt dazu 1958: „ Es hat niemand das Recht, den Juden, wegen der Gründung ihres Staates Vorwürfe zu machen: Israel ist das Produkt von Hitlers Gaskammern.“

Der von der RKOB gepflegte “Antizionismus“ ist der begriffliche Ausdruck einer grundsätzlichen Leugnung des Rechtes von Juden auf nationale Selbstbestimmung. Vor dem Jahr 1933 war die Linke aus internationalistischen Gründen zurecht zionismuskritisch eingestellt.

Diese Haltung nach den Niederlagen der Arbeiterbewegung im letzten Jahrhundert und der Shoah beizubehalten, ist ein Produkt des Niedergangs von sozialistischem Bewusstsein und sozialistischer Analysefähigkeit, wie sie die RKOB an den Tag legt. Die Positionen dieser Pseudotrotzkisten sind latent antisemitisch.

Quelle:
www.scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnews[pointer]=1&tx_ttnews[tt_news]=47122&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=d1614b4180


VON: MAX BRYM






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