Die Megaphone des Hasses

16.09.11
AntifaschismusAntifaschismus, Hamburg, News 

 

von ag medien.hamburg/rote reporter/-innen bei und in DIE LINKE

Die Roten Reporter Hamburg präsentieren:
Die Megaphone des Hasses
Ein Podiumsgespräch über antimuslimischen Rassismus in den Medien

Als ein Bombenanschlag in Oslo und kurz darauf ein Massaker auf der Ferieninsel Utoya verübt wurde, ließ die Tageszeitung Die Welt keinen Zweifel aufkommen, wer die Verantwortung für das Verbrechen trägt: Norwegen ist Zielscheibe von Islamisten. Dieses Vorurteil wurde auch von zahlreichen anderen Medien eilig verbreitet.

Die Islamophobie-Megaphone seien zwar nicht für antimuslimisch motivierte Gewaltverbrechen verantwortlich, ist in einer jüngst veröffentlichten Studie des Center for American Progress zu lesen, die anlässlich der Tragödie initiiert wurde. Sie bildeten aber die Infrastruktur, aus der neokonservative Extremisten wie Anders Behring Breivik der wahre Täter hervorgehen würden.

Der Vierten Gewalt kommt eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung von Ideologemen, Phobien, Falschinformationen zu. Seit den 1980er-Jahren durchströmt eine Bilderflut die politische Kultur der westlichen Welt: Frauen mit Kopftüchern, sich zu Boden werfende fanatisierte Gläubige, Halbmonde, Krummsäbel und allerlei andere Klischees des Islam.

Die Titelseiten von Zeitschriften wie Fokus oder Spiegel konfrontieren den Leser mit finsteren Blicken aus den Sehschlitzen der Niqabs. In Fernsehdokumentationen ist der Ruf Allahu akbar stets im Kontext von Berichten über Selbstmordanschläge zu hören.

Die Medien-Ideologen arbeiten mit angstbesetzten Stereotypen, mit Verallgemeinerungen, Entkontextualisierungen, mit Lügen. Das gilt nicht nur für traditionell fremdenfeindliche rechte und (neo)konservative Medien. Auch Organe, beispielsweise die Wochenzeitung Jungle World, die sich im linken-emanzipativen Milieu verorten, haben sich längst eingereiht in die Propagandafront gegen den Islam. Der Herausgeber der Zeitschrift Konkret Hermann Gremliza meinte bereits vor einigen Jahren beobachtet zu haben, dass Millionen von Muslimen, die ihren Wohnsitz in Westeuropa und Nordamerika haben, das Treiben der islamistischen Internationalen und ihrer Kämpfer nicht ohne Zuneigung betrachten guter und böser Islam sind keine Unterscheidung, sondern eine Unterstellung.

Die Roten Reporter Hamburg laden Medien-Experten ein, um diese Phänomene zu analysieren und die Fragen zu erörtern:

  • Wer sind die Lautsprecher des Islam-Hasses? 
  • Welcher Klischees, Methoden und Strategien bedienen sie sich, um ihre Hetze als common sense zu etablieren?
  • In welchem Zusammenhang stehen Islamophobie und der War on Terror?
  • Welche Parallelen und welche Unterschiede gibt es zwischen antimuslimischen und antisemitischen Ressentiments?

Sabine Schiffer
- Medienwissenschaftlerin, Leiterin des Instituts für Medienverantwortung
Rüdiger Göbel
- Journalist, stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung Junge Welt
Burkhard Baltzer - Journalist, leitender Redakteur der Zeitschrift Kunst + Kultur

Dienstag, 25. Oktober 2011
19.30 Uhr
Magda-Thürey-Zentrum
Lindenallee 72
Hamburg


VON: AG MEDIEN.HAMBURG/ROTE REPORTER






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