Von Nazis verfolgten und ermordeten „Asozialen“ ihre Würde und ihr Gesicht zurück geben!


15.06.11
AntifaschismusAntifaschismus, Soziales, Berlin, News 

 

von Arbeitskreis „Marginalisierte- gestern und heute“

Der AK „Marginalisierte- gestern und heute“ hat sich gestern mit einem Offenen Brief an die Abgeordneten des Bundestages und des Berliner Senats sowie die Bezirksverordneten der BVV Lichtenberg gewandt, um die Anerkennung der von den Nazis verfolgten, gequälten und ermordeten  sogenannten Asozialen als Opfer des Nazi-Regimes einzufordern. Dass wäre auch die Vorraussetzung, um eine Rehabilitierung sowie Entschädigungen möglich zu machen.

Der Arbeitskreis empfindet die Diskussion, ob die sogenannten Asozialen „spezifische“ Opfer der Nazis gewesen sind oder Opfer schon vorher begonnenen Unrechts als entwürdigend und beschämend. Sie ignoriert nicht nur die Radikalisierung der Ausgrenzungspolitik bis hin zur Ermordung sogenannter Asozialer durch die Nazis, sondern soll offensichtlich nur dazu dienen, den Betroffenen ihre längst überfällige Rehabilitierung und Entschädigung vorzuenthalten.

Darüber hinaus garantiert, die so suggerierte nachträgliche Legitimierung der Verfolgung und Ermordung der unter dem Stigma „asozial“ gezielt zusammengefassten „Unnützen“, „Unwertigen“, „Unangepassten“ und „Gemeinschaftsfremden“, die Aufrechterhaltung von Kontinuitäten und Brüchen der sozialen Ausgrenzung bis hin zu Sanktionen und Zwangsmaßnahmen im heutigen Alltag. Ursachen sowie Verursacher_innen und Profiteur_innen von sozialer Ausgrenzung werden verschleiert.

Es wird Zeit, dass der Bundestag, der Berliner Senat und die Bezirksverordneten ihrer historischen Verantwortung für Unrecht, aus dem diese Institutionen während der Nazidiktatur ebenfalls Kapital geschlagen haben, gerecht werden. Auch ihre Rolle will der AK aufarbeiten und fordert dafür einen würdigen Gedenk-, Lern- und Forschungsort auf dem Gelände des ehemaligen Arbeitshauses Rummelsburg in Berlin- Lichtenberg.

Die weit fortgeschrittene ökonomische Entsorgung von authentischen Orten dieser Nazi-Verbrechen durch Luxussanierung muss gestoppt werden. Damit könnte ein Beitrag gegen die derzeitige Individualisierung, Kulturalisierung und Ethnisierung sozialer Problem geleistet und dem Ungleichwertigkeitsdenken a la Sarrazin in Politik, Gesellschaft und Medien Aufklärung entgegengesetzt werden.

Am 22. Juni ab 20.00 Uhr wird der AK „Marginalisierte- gestern und heute“ nach der symbolischen Besetzung und Absperrung eines der wenigen noch nicht privatisierten Teile der ehemaligen Arbeitshäuser Rummelsburg am 31. Mai, dem Friedhof, ebenda eine „Antifaschistische OPEN-END-Filmnacht“ unter dem Motto: „Niemand ist asozial“ folgen lassen.

Diese soll unser Anliegen unterstützen und zur Vorbereitung der BVV-Sitzung in Lichtenberg am 23. Juni dienen. Dort werden wir versuchen in der Einwohnerfragestunde das Thema Gedenk-, Lern- und Forschungsort auf dem Gelände der ehemaligen Arbeithäuser zu thematisieren und einen Stopp der Privatisierung zu erreichen.

www.marginalisierte.de

bewegung.taz.de/organisationen/ak-marginalisierte-gestern-und-heute/ueber-uns

 


VON: ARBEITSKREIS „MARGINALISIERTE- GESTERN UND HEUTE“






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