Gedenkort Fontanepromanade 15 ohne Domizil und vom erstritten Haushaltitel abgekoppelt


Foto: Lothar Eberhardt

28.09.18
AntifaschismusAntifaschismus, Berlin, TopNews 

 

Von Lothar Eberhardt

Der Schwamm im Gebäude des ehemaligen "zentralen Dienststelle für Juden beim Berliner Arbeitsamt" ist längst beseitigt. Der Haushaltstitel für die Arbeit des "Gedenkort Fontanepromenade 15 e.V." im Dezember im Abgeordnetenhaus von Berlin beschlossen.Das Mietangebot von den Eigentümern zurückgezogen.  Die beiden Büros sind seit Mitte Mai gewerblich an ein Start-up Unternehmen vermietet. Die Initiative "Gedenkort Fontanepromenade 15 e.V." (GOFo 15) ist seit über 9 Monaten ohne Domizil.

Ab 1938 war es ein "Selektionsamt" zur systematischen Erfassung der deutschen Juden eine Schnittstelle zwischen Vernichtung und Zwangsarbeit von ca. 26 000 Berliner Juden.

Die Initiative „Gedenkort Fontanepromenade 15 e.V.“ erstellte ein umfassendes Konzept und entwickelten den  Gedenkort, wenn auch gerade nicht an authentischem Ort, weiter mit vielfältigen Veranstaltungen. Sie sammeln Material zur "jüdischen Zwangsarbeit" und machen Bildungsveranstaltungen, aktuell jetzt die Reihe: Familiengeheimnisse und eröffnen am 17. Oktober eine erste Ausstellung zu "Zwangsarbeit der als Juden verfolgten Berliner Bürger*innen
in privaten Unternehmen in Friedrichshain-Kreuzberg im NS
zwischen 1938 und 1943 bzw. 1945".
  

Eine Politik des Einbindens um Auszugrenzen? Zum Sachstand! Die Baufertigstellung des Gebäudes verzögerte sich. Der  gegründete Verein erhielt im August 2017 ein schriftliches Mietangebot, das zu letzt Anfang Dezember nochmals bestätigt wurde. Kurz vor Weihnachten teilen die Eigentümer mit, dass sie ab jetzt nur noch mit Herrn Andreas Nachama, dem Direktor der Stiftung der ‚Topographie des Terrors‘ direkt verhandeln.

Das Lobbying der Gedenk-politischen Arbeiter im Abgeordnetenhaus mit dem umfassenden Konzept zur Gedenkort Fontanepromende 15 führte zum Beschluß am 14.12.2017 und der Finanzierungszusage via Topographie des Terrors aus dem Doppelhaus 2018/2019 für das Gedenk-Projekt.
Alle Parteien des  Abgeordnetenhauses stimmten zu. Unter dem Haushaltstitel „Zuschuss an die Stiftung „Topographie des Terrors“ steht als Vermerk:  „ Bis zu 50.000 Euro sind für Kooperationsprojekte mit dem Gedenkort Fontanepromenade 15 e.V. bereitzustellen.“
Verschiedene Gesprächsforen fanden nun über Monaten ohne Ergebnis statt. Sein  Verhandlungsauftrag hat Herrn Andreas Nachama im April 2018 zu seinem Bedauern - seine Mutter Lilly wurde über die "Schikanepromenade" in Zwangsarbeit vermittelt - an die Kultur-Senatsverwaltung zurückgegeben. Die  Mittel werden von der "Topo" nicht abgerufen, war seine Zusicherung am "Runden Tisch Stiftung NS-Zwangsarbeit im Juni 2018. Seit Mitte Mai sind beide Büroräume an ein Start-Up Unternehmen vermietete. Schwamm drüber - Gedenkort ade!

Ein Gedenkort ohne Obdach – das war das Ergebnis von mehren Monaten Verhandlung. Die Gedenkort-MacherInnen waren nicht zu den Gesprächsterminen geladen. Ofenbar ein geplanter Ausgrenzungsprozess. 

Der Verein entwickelten die Inhalte des Gedenkortes für „jüdische Zwangsarbeit“ weiter. Das umfassende Konzept wird mobil mit Veranstaltungen und die Forschungsarbeit zu jüdischer Zwangsarbeit fortgeführt

Ein  Gesprächsforum unter sozial-räumlicher Perspektive zum Geschichtsort Fontanepromenade, die allen am Thema Arbeitenden im Quartier einbinden, war in Planung.  Alle Ini's die zum Thema: Zwangsarbeit rund um das Kreuzberger Dragonerareal arbeiten, konstituierten sich zum Netzwerk NS-Zwangsarbeti.

Die bezirklichen Gremien und die Gedenktafelkommission sind damit befassen.

Ein Antrag auf die nicht abgerufenen Haushaltsmittel vom Verein Gedenkort Fontanepromenade 15 e.V. (GOFo 15)  ist nach über einem Monat verbunden mit einem Gesprächsanfrage bei  Kultursenator Klaus Lederer abgewiesen worden auch jetzt begründet damit,  dass der "autentische Ort" nicht mehr zur Verfügung steht.

Umwidmung des Titels mit der Aufforderung an einer begrenzten Ausschreibung zum Gedenkort Fontanepromenade wurde als vermeintliche Alternative ausgelobt.

Die im Koalitionsvertrag benannte "Stiftung NS-Zwangsarbeit" sind die Gedenkort-entwickler eingebunden, aber als Haushaltstitelempfänger offensichtlich ausgegrenzt.

Geschichte wird gemacht - Es geht voran.

 

Sachstand 25.9.2018

Hintergrundinformationen:
http://www.wem-gehoert-kreuzberg.de/index.php/gedenkort-fontanepromenade-15

www.facebook.com/GedenkortFontanepromenade/

Kontakt zur GOFo 16 e.V. für Rückfragen:
Lothar Eberhardt lebgut@web.de, m: 0176 420 610

Veranstaltungsreihe: Familiengeheimnisse
https://drive.google.com/file/d/15pQN1KiKCnuap56hTHqhWxmodTHv1EDe/view?

AusstellungsFlyer/Termin ...noch in Arbeit







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