Bundesweiter Tag gegen antimuslimischen Rassismus sensibilisiert nicht gegen Rassismus

03.07.18
AntifaschismusAntifaschismus, Debatte, Saarland, News 

 

Von Aktion 3. Welt Saar 

Inszenierung islamistischer Organisationen

„Der regelmäßig am 1. Juli begangene bundesweite Tag gegen antimuslimischen Rassismus trägt nicht zu Sensibilisierung gegen Rassismus und Flüchtlingsfeindlichkeit bei,“ kritisiert Alex Feuerherdt vom Kompetenzzentrum Islamismus der Aktion 3.Welt Saar e.V. . „Das Gegenteil ist der Fall.“ Muslimen werde dadurch nämlich ein privilegierter Sonderstatus als Opfer von Hetze und Gewalt eingeräumt, betont Feuerherdt. „Wenn wirklich Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entgegengetreten werden soll, warum wird dieser Tag dann nicht allen, auch den nichtmuslimischen Opfern rechter Gewalt und Hetze, gewidmet?“

Getragen wird der Gedenktag von dem neu gegründeten Netzwerk „CLAIM“, in dem 35 Organisationen zusammengeschlossen sind. Finanziell gefördert wird dieses Netzwerk vom Bundesfamilienministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ Der Gedenktag wurde 2015 von RAMSA ins Leben gerufen wurde, dem ultrakonservativen „Rat muslimischer Studierender und Akademiker“. „Zu CLAIM gehören weitere ultraorthodox- islamische Organisationen wie das ‚Netzwerk gegen Diskriminierung und Islamfeindlichkeit‘, Inssan e.V., ein Verein mit Verbindungen zur islamistischen Muslimbruderschaft“, erklärt Feuerherdt. Mit im Boot ist ebenso das Projekt „Islam im Saarland – saarländischer Islam?“

Als Datum wurde der 1. Juli gewählt, weil am 1. Juli 2009 die schwangere Muslimin Marwa El-Sherbini von einem Rechtsradikalen ermordet wurde.

„Die Initiatoren betrachten diesen Tag als Zäsur und unterschlagen, dass hierzulande schon vorher zahlreiche Menschen Todesopfer rassistischer Gewalt wurden, unabhängig von der Religionszugehörigkeit“, so Feuerherdt.

„An CLAIM beteiligte Organisationen verteidigen islamische Unterdrückungsstrukturen, indem sie unter anderem für Kopftücher im öffentlichen Dienst eintreten und deren Verbot mit rassistischer Verfolgung gleichsetzen“, ergänzt Feuerherdt. Damit laufe diese Kampagne auf Täter-Opfer-Umkehr hinaus. „Von Muslimen gegen andere Muslime verübte Gewalt in Form von Ehrenmorden, Zwangsverheiratungen oder Bedrohungen liberaler Muslime ist bezeichnenderweise nicht Inhalt eines derartigen Gedenktages.“

Bedauerlich sei, dass sich säkulare Organisationen wie die Arbeiterwohlfahrt und die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus für diese Kampagne einspannen ließen. „Das sinnvolle Anliegen, sich gegen Rassismus zu engagieren, wird unterlaufen, wenn man dabei mit Islamisten zusammenarbeitet und deren ideologische Vorstellungen in der Mitte der Gesellschaft verankern hilft“, betont Feuerherdt.







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