Rechtsextremistische Gewalt in Göttingen – eine allgegenwärtige Bedrohung

01.11.19
AntifaschismusAntifaschismus, Niedersachsen, News 

 

Von Grüne Jugend Göttingen

In dieser Woche kam es zu einem Brandanschlag auf eine linke Wohngemeinschaft, bei dem mehrere Möbel angezündet wurden. In derselben Nacht wurde die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) mit Hakenkreuzen, SS-Runen und mit den Worten „wir kommen“ beschmiert. In Göttingen kommt es immer wieder zu rechtsextremistischen Schmierereien: Im August wurden Hakenkreuze auf den Gedenkstein für frühere Zwangsarbeiter*innen der Uniklinik gesprüht.

Ein Gymnasium wurde mit rechtsextremen Symbolen beschmiert, nachdem die Presse von dem Einbau einer All-Gender Toilette berichtete. Sticker der „Identitären Bewegung“ sind großflächig verteilt worden und immer wieder sieht man Hakenkreuze an Mauerwänden.

Nach dem Wahlerfolg der AFD in Thüringen bekommen Rechtsextremist*innen offenbar Bestätigung und wollen sich nicht mehr verstecken. Diese zunehmende Präsenz ist eine konkrete Bedrohung für alle Menschen, die sich für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz einsetzen. Dabei wird das Gewaltpotential von der Politik immer wieder unterschätzt. Viele Menschen sind immer noch der Meinung, dass „linke Gewalt“ eine mindestens genauso große Bedrohung darstellt. Auch das ist Folge des Erstarkens der AFD und ihrer Rhetorik. Die Folgen des Rückenwinds der politischen Rechten waren Anfang Oktober an dem Anschlag auf die Synagoge in Halle zu beobachten. Die Gefahr, die von diesen gut vernetzten Gruppen ausgeht, ist schon längst Realität.

Wir solidarisieren uns mit der betroffenen Wohngruppe und kritisieren gleichzeitig die Tatenlosigkeit der Universität, welche die Schmierereien an der SUB zu lang nicht übermalte. Außerdem rufen wir zur Kundgebung gegen rechte Gewalt der Wohngruppe am 02. November vor dem betroffenen Haus in der Goßlerstraße 17/17a auf. Die Zivilbevölkerung muss sich klar gegen Rechts stellen! Die Kriminalisierung von Antifaschist*innen und die Gleichstellung mit Faschist*innen müssen ein Ende haben!







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