"Wir brauchen eine aktive Zivilgesellschaft."


Bildmontage: HF

17.12.14
AntifaschismusAntifaschismus, Soziales, Bewegungen, TopNews 

 

von Heike Kronenberg

Hohe Zustimmung für Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland

Das NDC fordert eine aktive Zivilgesellschaft zur Unterstützung von Flüchtlingen und zur Stärkung sozialer und demokratischer Werte. Diese gewinnt angesichts steigender Bürger/innenproteste gegen die Unterbringung Geflüchteter in Deutschland und einer weiten Verbreitung gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit an Bedeutung.

Die neue „Mitte-Studie“1 der Friedrich-Ebert-Stiftung bestätigt in Zahlen, was sich derzeit in vielen Kommunen auf der Straße und insbesondere vor den Einrichtungen von Geflüchteten und Asylsuchenden abspielt.

Nahezu die Hälfte aller Deutschen äußert sich ablehnend in Zusammenhang mit Asylsuchenden, 27 % gegenüber Sinti und Roma und 18 % zu muslimischen Menschen.

Oft folgt die Ablehnung der Devise „Nicht in meiner Nachbarschaft“, dazu Andreas Stäbe Bundesgeschäftsführer des NDC:

„Angesichts brutaler Bürgerkriege in Syrien und anderen Ländern sowie politischer, religiöser oder sexueller Verfolgung der Asylsuchenden kritisieren wir eine egoistische Haltung, nach der man zwar immer wieder betont, sich für die Aufnahme von Flüchtlingen auszusprechen, diese jedoch nicht vor der eigenen Haustür sehen möchte.“

Für das NDC kommen diese Zahlen sowie das Auftreten von Bewegungen wie „Pegida“ nicht unerwartet. Auch 2014 bestätigte sich im Rahmen der Bildungs- und Beratungsangebote, dass Ängste und Vorurteile weit verbreitet sind und diese nicht selten in eine menschenverachtende Haltung münden.

„Es ist weniger der Neonazikader oder die rechte Parteigängerin, die uns begegnet, vielmehr sind es Schüler/innen, Jugendliche und Bürger/innen, die rassistische, sexistische oder sozialchauvinistische Positionen äußern und immer wieder als ausländisch wahrgenommene Menschen abwerten“, so der Geschäftsführer des NDC, Andreas Stäbe.

Bewusst hat sich das NDC dafür entschieden, statt allein auf politischen Aktionismus zu setzen, demokratische Strukturen von innen zu stärken. Dazu bildet das NDC bundesweit Menschen als Multiplikator/innen aus, die mit verschiedenen Gruppen arbeiten und demokratische Werte vorleben.

„Das NDC arbeitet bundesweit mit vielen Partnern an dem Auf- und Ausbau einer aktiven Bürger/innengesellschaft. Wir unterstützen Menschen dabei Verantwortung zu übernehmen um in Schulen, Verbänden, Vereinen und Organisationen demokratische Werte und Kompetenz zu stärken“, so Stäbe weiter.

Im zurückliegenden Jahr 2014 hat das NDC im Bundesgebiet über 1.500 Projekttage mit mehr als 24.000 Schüler/innen und Jugendlichen umgesetzt. Ebenso etablierte sich das NDC als Partner von Lehrkräften, Verbandsangehörigen und Leitungskräften in Organisationen. Mit diesen fanden bundesweit Schulungen, Workshops und Ausbildungen (z.B. zu Demokratieberater/innen) statt.

1 Siehe www.fes-gegen-rechtsextremismus.de

NDC-Geschäftsstelle:

info@netzwerk-courage.de  

http://ljr-nrw.de/aktuelles/news/news-detail/article/hohe-zustimmung-fuer-rassismus-und-gruppenbezogene-menschenfeindlichkeit-in-deutschland.html


VON: HEIKE KRONENBERG






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