"Für die Entnazifizierung Bad Reichenhalls"


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03.05.11
AntifaschismusAntifaschismus, Bayern, Internationales, TopNews 

 

von Luzi-M

Während die Proteste gegen das Gebirgsjägertreffen in Mittenwald nahezu zum Erliegen gekommen sind, beschäftigen sich Antifaschist_innen aus der Region im Mai mit der Gemeinde Bad Reichenhall

Antifaschistische Gruppen aus Österreich und Oberbayern kündigen für Samstag den 21.05.2011 eine „Demonstration für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls“ an.

In einem Aufruf, der unter anderem auf der Internetseite www.badreichenhall.org publiziert wurde, heißt es wörtlich:

„Anlässlich des 70. Jahrestags der deutschen Invasion auf Kreta rufen wir dazu auf am Samstag den 21.05.2011 in Bad Reichenhall gegen rechte Traditionspflege, Nazis und den militaristischen, nationalistischen, deutschen Normalzustand zu demonstrieren. Bad Reichenhall ist ein Ort der symbolisch für die geschichtsrevisionistische, militaristische Gedenkpolitik in der oberbayerischen Provinz steht.“

Die Antifaschist_innen wollen so unter anderem gegen das jährliche „Kreta-Gedenken“ protestieren,das sie alsgeschichtsrevisionistisch kritisieren, weil Täter zu Opfer verklärt werden. Laut dem Rabatz-Bündnis sei es skandalös, dass in Bad Reichenhall bis heute die Kriegsverbrechen der Gebirsjäger auf Kreta verschwiegen werden.

„In Bad Reichenhall erinnert zum Beispiel nichts an das Gebirgsjägermassaker vom 01.08.1941, als das Gebirgsjägerregiment 100 die Ortschaft Skines zerstörte und 148 kretische Zivilist_innen erschoss,“
so Anna Jade eine Sprecherin des Bündnisses.
Auch wird die Traditionspflege der Bundeswehr kritisiert, die in der Kasernenbenennung nach dem Nazigenaral Konrad gipfle. Des weiteren wird auch der zivilgesellschaftliche Umgang mit der rechten Szene des Berchtesgadner Landes kritisiert.
So heißt es in dem Aufruf: „Ohne Proteste kann sich zum Beispiel die NPD zum monatlichen Stammtisch im lokalen Gasthaus treffen. Nazis organisieren neben Stammtischen und (Horst-Wessel-)Feiern auch Kundgebungen und sogar jährlich zum 08. Mai eine SS-Gedenkfeier (in Karlstein/Bad Reichenhall).“

Damit könnte in Bad Reichenhall fortgesetzt werden, was in Mittenwald jahrelang trotz Repression für einigen notwendigen Wirbel gesorgt hatte. Jedes Jahr waren Antifaschist_innen aus der Rebublik im Mai in den Luftkur- und Bundeswehrstandort gereist, um dort gegen das Treffen des "Veteranenkreises der Gebirgstruppen" zu demonstrieren, der sich hier am "Hohen Brendten" zur Täterverehrung und Opferverhöhnung trifft.

Am Ende flauten die Proteste ab, nicht ohne jedoch wenigstens ein (klandestin errichtetes und später woanders legal aufgestelltes) Denkmal für die Opfer der Gebirgstruppen zu hinterlassen.

Zum Verfahren gegen Gebirgsjäger und "mutmaßlichem Kriegsverbrecher Josef S.":
www.nrw.vvn-bda.de/texte/0435_scheungraber_sz.htm
braunzonebw.blogsport.de/2008/05/23/mittenwald-nachlese/
www.antifaschistische-aktion.net/spip.php
mittenwald.blogsport.de/aufruf-2008/
www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2011/04/20/446/print.html
badreichenhall.org


VON: LUZI-M


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