Trierer Hindenburg-Gymnasium bekommt neuen Namen

07.03.08
AntifaschismusAntifaschismus, Rheinland-Pfalz, News 

 

Antrag, auch der Hindenburgstraße einen anderen Namen zu geben, wurde abgelehnt.

Trier (sk) - Der Trierer Stadtrat hat sich mit großer Mehrheit für die Umbenennung des Hindenburg-Gymnasiums ausgesprochen. Hindenburg sei kein Vorbild für Schüler und daher kein geeigneter Namensgeber, hieß es zur Begründung.

Zudem passe der Name des Mannes nicht zum Profil einer europäisch ausgerichteten Schule, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Bertrand Adams. Mit der Umbenennung solle Geschichte nicht "schön geschrieben werden", betonte Sigrun Priemer (Bündnis 90/Die Grünen). Hindenburg jedoch sei kein "zeitgemäßer und geeigneter Name" für ein Gymnasium. Die Umbenennung sei "eine längst überfällige Entscheidung", sagte Peter Spang (SPD). Von 49 Abgeordneten im Stadtrat stimmten 39 für eine Umbenennung. Drei waren dagegen, sieben enthielten sich. Ein weiterer Antrag, auch der Trierer Hindenburgstraße einen anderen Namen zu geben, wurde abgelehnt.

Nach Angaben des Schulleiters Ralph Borschel ist seine Schule die bundesweit einzige, die noch den Namen des Generalfeldmarschalls, der nach eigenen Angaben kein anderes Buch als die Bibel und das preußische Exerzierreglement gelesen hatte, trägt. Lehrer und Eltern der Schüler hatten sich bereits mehrheitlich für eine Umbenennung ausgesprochen. Die Abstimmung der Schüler in den einzelnen Klassen sieht allerdings anders aus: Sie sind tendenziell dagegen. "Der Name soll als historisches Mahnmal immer wieder Anlass zu Diskussion geben", sagte Schülersprecherin Lisa Coels.

Wie die Schule mit knapp 1.000 Schülern künftig heißen wird, ist noch offen. Allerdings darf bezweifelt werden, dass sich die Trierer Ratsfraktionen mit dem Namen des großen Sohnes der Stadt, Karl Marx, anfreunden werden.







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz