AfD-Fraktionschef Wolf fördert Immobilie der extremen Rechten


Bildmontage: HF

07.01.20
AntifaschismusAntifaschismus, Hamburg, TopNews 

 

Von AfD-Watch

Alexander Wolf ist Alter Herr der völkischen Burschenschaft Danubia, dies ist seit 2015 bekannt. Und es ist auch bekannt, dass der bayrische Verfassungsschutz die aktiven Mitglieder dieser schlagenden Verbindung seit Jahren als rechtsextremistisch einstuft. Wolf betonte bisher, dass er ja nicht mehr zur Aktivitas gehöre und zu seiner studentischen Zeit die Danubia noch unterhalb der Beobachtungsgrenze agierte. Nun allerdings kommt heraus, dass er sich seit Jahren in einem Verein engagiert, welcher die Förderung und Finanzierung einer braunen Immobilie zum Ziel hat.

Bundesregierung listet Wolf´s Danuben-Haus

Im Januar 2018 antwortete die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der LINKEN mit dem Titel „Immobilien der extrem rechten und neonazistischen Szene in der Bundesrepublik Deutschland“, dass es von diesen zum damaligen Zeitpunkt 136 Objekte gab, davon 17 in Bayern und dort wiederum 2 in München.(1)  Bei der Immobilie im Postleitzahlbezirk 80802 München handelt es sich um das Haus von Wolfs Burschenschaft Danubia. Wie in der Antwort angeführt, hatten die Danuben das Haus 2016 erworben und waren von ihrer alten Adresse in der Möhlstraße in die Potsdamer Straße umgezogen. Bezüglich der aufgelisteten Objekte präzisierte die Bundesregierung: „Bei der Erfassung fanden nur Immobilien Berücksichtigung, bei denen Rechtsextremisten über eine uneingeschränkte grundsätzliche Zugriffsmöglichkeit verfügen, etwa in Form von Eigentum, Miete, Pacht ... Weitere Erfassungskriterien sind die politisch ziel- und zweckgerichtete sowie die wiederkehrende Nutzung durch Rechtsextremisten.“ 

Wolf im Vorstand des Trägervereins

„Unsere Alten Herren ... finanzieren auch unsere burschenschaftliche Arbeit und ermöglichen den Aktiven ein preisgünstiges Wohnen auf unserem Haus,“ erläutert die Danubia auf ihrer Homepage. Die meisten Häuser von Studentenverbindungen gehören diesen, oder präziser gesagt deren sog.

Haus- oder Wohnheimvereinen. Bei der Burschenschaft Danubia gibt es gleich zwei zuständige Vereine. „Danubia e.V.“, früher „Möhlstraße 21 e.V.“, hat seinen Sitz in München und strebt laut Satzung keine Gemeinnützigkeit an.(2) Anders der „Wohnheimverein von Fäustle e.V.“ mit Sitz in Hamburg, bei dem es in § 2 lautet: „Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Unterhaltung eines Studentenwohnheimes in München“ und er verfolge „ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.“(3) Der Verein wurde 2009 von sieben Alten Herren gegründet und Alexander Wolf saß die meiste Zeit als Schriftwart und stellvertretender Vorsitzender im Vorstand. Der AfD-Abgeordnete spielte bei der Sicherung der Gemeinnützigkeit eine entscheidende Rolle: Im Protokoll vom 17. 12. 2016 steht: „Der stellvertretende Vorsitzende und Schriftführer Alexander Wolf berichtet über seine Aktivitäten für den Wohnheimverein, insbesondere über die Kommunikation mit dem Finanzamt Hamburg und dem Verband für Studentenwohnheime in Bonn.“

Wolf trat Ende 2016 als Schriftwart des Fäustle-Vereins zurück, blieb aber eines der wenigen Mitglieder. Nach eigenen Angaben, habe er beruflich keine Zeit mehr. Auch seine Abgeordnetentätigkeit dürfte zusätzliche Zeit einfordern. Er versicherte allerdings weiterhin „den Verein in rechtlichen Fragen zu beraten und bei Korrespondenz behilflich zu sein.“ Wolf dürfte als Anwalt für Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt „Unternehmensgründungen und Umstrukturierungen“ also weiterhin für die Verwaltung des braunen Hauses in München eine wichtige Rolle spielen. Er behauptete 2015 gegenüber dem Hamburger Abendblatt er „habe mit Hausverboten den Radikalen in dem Studentenbund entgegengewirkt.“(4) Dies erscheint im heutigen Licht eher eine weitere Nebelkerze des Fraktionsvorsitzenden der AfD gewesen zu sein, um von seiner extrem rechten Vita abzulenken.

Felix Krebs (AfD-Watch Hamburg) sagt: „Alexander Wolf ist nach wie vor aktiv in der völkischen Burschenschaft Danubia. Eine Distanzierung Wolfs von den braunen Umtrieben seiner Burschenschaft fehlt bis heute.

Demgegenüber berät der Jurist weiterhin den Wohnheimverein in juristischen Fragen und unterstützt damit aktiv eine geheimdienstlich beobachtete Immobilie und Schulungsstätte der extremen Rechten.“

 

1)

https://kleineanfragen.de/bundestag/19/518-immobilien-der-extrem-rechten-und-neonazistischen-szene-in-der-bundesrepublik-deutschland

2) Protokoll Danubia e.V., VR 4437, Amtsgericht München, Registergericht

3) Protokoll Wohnheimverein von Fäustle e.V., VR 20368, Amtsgericht Hamburg

4)

https://www.abendblatt.de/hamburg/article137382479/Das-Burschenschafts-Geheimnis-der-Hamburger-AfD.html

 

Lesen Sie die ganze Recherche auf unserem Blog AfD-Watch Hamburg:

https://afd-watch-hamburg.org







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