Die kirchliche Unterstützung des Hitler-Krieges nicht verschweigen!

24.08.19
AntifaschismusAntifaschismus, Kultur, News 

 

Von Wir sind Kirche

Brief an die deutschen Bischöfe zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns am 1. September 2019

Ein offenes und ehrliches Bekenntnis zum problematischen Verhalten der damaligen Bischöfe zu Hitlers Krieg fordert der Theologe Heinrich Missalla in einem kurz vor seinem Tod am 3. Oktober 2018 verfassten fünfseitigen Brief an die deutschen Bischöfe, den die katholische Friedensbewegung pax christi und die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche unterstützen. Die Zeitschrift Publik-Forum wird den Brief in ihrer Ausgabe vom 23. August veröffentlichen.  

Im Antwortschreiben zeigt sich Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, die den Brief Anfang Februar 2019 erhalten hatte, überzeugt, dass die Veröffentlichung dieses Briefes zum 80. Jahrestag des Kriegsbeginns am 1. September 2019 Anstoß geben wird, von Neuem über die Kriegsverbrechen des Nationalsozialismus und das Verhalten der verantwortlichen Bischöfe nachzudenken.

Der von Heinrich Missalla verfasste Mahn-Brief zitiert aus damaligen Hirtenbriefen mit den bischöflichen Aufforderungen an die Gläubigen, an der Front und in der Heimat aufopferungsvoll ihre „Pflicht“ zu erfüllen. Er erinnert aber auch an die Aussage der Bischöfe aus dem Jahr 2000 im Hirtenwort „Gerechter Friede“: „Wer sich weigert, sich dem Schatten seiner Geschichte zu stellen, bleibt an sie gekettet.“ Entschieden hätten sie sich damit gegen eine „Manipulation des Erinnerns“ gewandt und auf die „Gefahr einer selektiven Erinnerung“ hingewiesen, der es entgegenzuwirken gelte. Bisher hätten die Bischöfe zwar zu Recht ihren Widerstand gegen die NS-Ideologie betont, ihre Unterstützung des Hitler-Krieges jedoch verschwiegen. Deshalb fordert der Brief die Bischöfe auf: „Haben Sie zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs endlich den Mut zur Ehrlichkeit und zum Aussprechen der Wahrheit.“

Heinrich Missalla (Jg. 1926) wurde als junger Katholik selbst zum Kriegsdienst verpflichtet. Nach Ende seiner Kriegsgefangenschaft (Juni 1946), zuletzt im berühmten „Stacheldrahtseminar“ in Chartres, gelangte er früh zur pax christi-Bewegung. Als Theologe hat er über Jahrzehnte hinweg intensiv zum Themenkomplex „Kirche und Krieg“ geforscht. Seit Mitte der 1950er Jahre gehörte er der katholischen Friedensbewegung pax christi an und war über viele Jahre Mitglied des Vorstandes. Missalla war über 40 Jahre als Priester tätig und seit 1996 mit der Kirchenhistorikerin Dr. Magdalene Bussmann verheiratet.







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