Friedensratschlag gegen Nazi-Aufmarsch


Bildmontage: HF

05.05.10
AntifaschismusAntifaschismus, Hessen, TopNews 

 

NPD unter falscher Flagge
Neonazis demonstrieren in Wiesbaden angeblich gegen "Kriegstreiberei"
Friedensratschlag: Die Kriegstreiber sind die Nazis
Aufruf zur Anti-Nazi-Aktion

Kassel, 5. Mai 2010 - Es ist nicht das erste Mal, dass die Neonazi-Szene versucht, bei der Friedensbewegung und anderen sozialen Bewegungen anzudocken. Bisher ist sie damit kläglich gescheitert. Weder konnte sie sich in die Massenproteste gegen den Irakkrieg 2003 noch in die Aktionen der Friedensbewegung gegen den Afghanistankrieg einschleichen. "Und dies
wird auch so bleiben", erklärte der Sprecher des "Friedensratschlags" am Mittwoch in Kassel.

Mit dem für den 8. Mai angekündigten Nazi-Aufmarsch gegen das Hauptquartier der amerikanischen Landstreitkräfte in Europa in Wiesbaden-Erbenheim verfolgt die NPD-Jugend zwei Ziele: Einmal will sie sich als Kämpfer gegen den US-Krieg in Afghanistan und anderswo darstellen, zum anderen wählt sie dafür den 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus durch die mit den USA verbündeten Alliierten des Zweiten Weltkriegs. Dahinter steht der plumpe Versuch, antiamerikanische Ressentiments zu wecken und für ihre geschichtsrevisionistische Propaganda zu nutzen. Die alten und neuen Nazis haben sich mit den Ergebnissen des Zweiten Weltkriegs nie abgefunden, haben nie akzeptiert, dass das verbrecherischste Regime in der Geschichte der Menschheit durch die vereinten Verteidigungsanstrengungen der Sowjetunion, der USA und Großbritanniens sowie anderer Verbündeter 1945 niedergerungen wurde.

Wenn die Nazis am 8. Mai gegen die "Kriegstreiberei" der USA auf die Straße gehen, dann verdrehen sie die historische Wahrheit. Denn es war die Anti-Hitler-Koalition, die 1945 der gigantischen Kriegstreiberei des Naziregimes ein Ende bereitete. Wer das leugnet, will zurück in den großdeutschen Militarismus der 30er und 40er Jahre, will die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegsordnung revidieren.

Die Friedensbewegung wird den Naziaufmarsch in Wiesbaden nicht tatenlos hinnehmen. Der Bundesausschuss Friedensratschlag ruft dazu auf, sich den Aktivitäten des "Rhein-Main-Bündnisses 8. Mai gegen den Nazi-Aufmarsch in Wiesbaden" anzuschließen. In diesem Bündnis haben sich zahlreiche Organisationen und Verbände zusammengefunden, darunter der DGB, die GRÜNEN, SPD und DIE LINKE, die katholische Kirche, die Arbeiterwohlfahrt und das Wiesbadener Bündnis gegen Rechts. Es gilt nach Auffassung der friedensbewegung, den Nazis keinen Zentimeter Rau für ihre volksverhetzenden Lügen zu lassen. So wie in Dresden am 13. Februar und in Berlin am letzten Wochenende muss es gelingen, den braunen Spuk bereits im Ansatz zu blockieren.

Wer am 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus etwas gegen Kriegstreibere tun will, muss sich den Nazis in den Weg stellen. Die Lehre der Friedens- und der antifaschistischen Bewegung aus der Geschichte lautet: "Nie wieder Faschismus. Nie wieder Krieg!"

Für den Bundesausschuss Friedensratschlag:
Peter Strutynski (Sprecher)







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