Der Krieg im Osten 1941-45


Bildmontage: HF

23.09.17
AntifaschismusAntifaschismus, Internationales, Debatte 

 

Von Karl Wild

VII. Operation Blau - : Stalingrad oder der Triumph der "Untermenschen"

Nach dem der Ausgangspunkt für die Heeresgruppe B (850.000 Mann), die Einnahme von Kalatsch am Don, genommen war, trat die Teilkraft Gruppe Don mit der 6: Armee – unterstützt durch Armeen aus Rumänien, Italien und Ungarn – zum Angriff auf Stalingad an der Wolga an, um die Flanke des strategischen Ziels – die Ölfelder bei Baku – zu sichern und um Nachschub über die Wolga ins russische Kernland zu verhindern.Die russische Stalingrad Front stand dagegen Das große Gemetzel begann.

15. Die ersten Tage

Am 13. September 1942 startete der Angriff der dt. 6. Armee mit der Bombardierung durch starke Fliegerkräfte auf den inneren Verteidigungsring der Stadt. Bereits zuvor griffen die hier konentrierte dt. Kampfbomberstreitmacht (Ju 87, Ju 88, He 111) Stalingad an und zerstörten den langezogenen Stadtkern. Hunderttausende über die Wolga Evakuierte ließen viele Zivilisten in der Millionennstadt zurück..Die Verteidigung unterstand dem zur Legende gewordenen Marschall Tschuikow. Dieser mobilisierte immer neue Reserven und warf sie im feindlichen Feuer über die Wolga ins umkämpfte Ruinengebiet. Am 14. allein wechselte der Hauptbahnhof viermal die Seiten. Bis zum18. war Stalingrad Miite in dt. Hand. Reste der Roten Armee hielten sich verstreut überall, bsonders einen schmalen Streifen an der Wolgaböschung. Hitler frohlockte ob der reibungslosen Eroberung der Stadt, die Stalins Namen trug.

Ausgehend von den Arbeitersiedlungen wurden in Kämpfen, bei denen an einem Tag bis zu 10.000 meist Rotarmisten starben, das riesige Areal der Mitte der Stadt bis Ende Oktober "gesäubert". Der Schlamm des Vorwinters gebar apokalyptische Züge wie einst bei Verdun. In den riesigen Fabriken der Vorstädte gewann das Gesicht des Krieges eine neue, ungekannte Dimension.(1)

16. Der russische Gegenschlag

Plötzlich über Nacht war der russische Winter mit Eis und Schnee die Knochen der dt. Landser erfrierende bittere Realität – Moskau 41/42 wiederholte sich in ungeahnter Dimension. Bei der die Flanke sichernde 3. rumänischen Armee schlug das Unheil in quantitativ und qualitativ 10fach überlegenen Sowjetarmeen zu. Innerhalb von fünf Tagen wurden die Hilfstruppen des Reichs vernichtend geschlagen und in Süden die 4. Panzerarmee zurückgeworfen. In Kalatsch wurde die Einkesselung vollendet und die 6. Armee vollständig eingeschlossen, mit dem Rücken zum großen Stromder Wolga.

Als sich das Wetter aufklarte, ging auch die Luftüberlegenheit der dt. Flieger verloren, da die neuesten sowjetischen Jagdflugzeuge - in großer Zahl aus dem "Nichts" auftauchend – zumindest ebenbürtig waren. Die an den Ural im Sommer 1941 verlagerte Rüstungsindustrie produzierte wenige Typen (T34, Il-2, Raktenwerfer), aber dafür in großer Stückzahl.

Hitler befahl das Ausharren im Kessel, um wie 41/42 durch die "Willenstat" der Herrenmenschen die erreichte Position unter allen Umständen zu halten, größeren Zusammenbruch zu verhindern und das Symbol "Stalingrad" für dem Führer zu bewahren. Die größte bisherige Luftbrücke solltte 280.000 Mann versorgen und kampffähig erhalten.


17. Agonie

Drei Monate dauerte das große Sterben in der Kesselschlacht. Ein Flughafen nach dem anderen innerhalb und außerhalb des Kessels wurde überrannt und die Luftwaffe flog bis zum 02. Februar 1943 nur im Durschnitt knapp 100 der von Göring garantierten täglichen 500 Tonnen Versorgungsgüter ein. Die deutschen Verluste an Flugzeugen und erfahrenen Besatzungen konnten späteer nicht mehr kompensiert werden. 500 Totalverluste, oder 50% der eingesetzten Maschinen und Besatzungen waren für die dt. Transport- und Bombergeschwader ein nachwirkender Blutzoll. Zum späteren großen Heldenepos der 50ziger Jahre in Westdeutschland (2) gehörten die Flieger, die in Eis und Schnee immerhin über 35.000 Soldaten ausflogen und so vom Bolschewismus retteten!

Trotzig wartete die 6. Armee auf die Befreiung duch den am 12. Dezember begonnenen Gegenangriff durch die notdürftig kampffäfig wiederhergestellte 4. Panzerarmee. Vergebens. Der Belagerungsring der Roten Armee konnte nicht gesprengt werden und am Tag vor Weihnachten wurden die Eingeschlossenen ihrem Schicksal überlassen. Hunger und Kälte bestimmten den trotzdem zähen Verteidigungswillen der Soldaten. War das letzte Pferd gegessen, kam es selbst zu Fällen von Kannibalismus. Erbarmungslos kämpfte die Rote Armee sich vor und erst am 02. Februar 1943 kapitulierten die verbliebenen 95.000.

Damit war das Drama nicht bendet. In der Literatur spielen die Opfer der faschistischen Unterstützungsverbände aus Italien, Rumänien und Ungarn kaum eine Rolle. Hier starbe mehr als auf deutscher Seite. Den größten Opfergang gingen die Sowjetbürger, Soldaten wie Zivilisten. Weit über 1,5 Mio starbn nach (un-)gesicherten Quellen. 110.000 dt. Soldaten wurden in Lager gebracht, wieviele ankamen und wieviele die Gefangenschaft überlebten, ist nicht belegt. 1956 holte der dt. Kanzler Adenauer angeblich 5-6.000 beim Besuch bei Chrustschow in die Freiheit Westdeutschlands. Wieviele sich dem Nationalkomitee Freies Deutschland (wie der Generalfeldmarschall Paulus anschlossen) und in die SBZ/DDR gingen, ist ebenfalls unbekannt.

Folgen

Stalingrad war nicht der Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges aber ein wesentlicher Baustein für die Offensive zur See, in der Luft und am Boden in der weltweiten Niederringung des Fachismus-Miliiarismus. In Nordafrika zerschlugen das UK und die USA nach deren Landung in Marokko die italienischen und deutschen Truppen vom legendären "Wüstenfuchs" Rommel. Über 100.000 gingen auch hier in die Gefangenschaft. Im Seekrieg im Atlantik wendetede sich ebenso das Blatt wie im Luftkrieg, wo ab Anfang 1943 strategische Bomber (B17/B24) der VIII. US-Luftflotte von England aus das "Reich" auch bei Tage angriffen. Im Pazifik zwangen die USA durch die Eroberung Guadalcanals die Japaner in den Rückwärtsgang. Die Dreier-Allianz SU-UK-USA erhob nun die Forderung nach "bedingungsloser Kapitulation" Hitler- Deutschlands.Der Nimbus Josef Stalins war nach Stalingrad ungeheuer angewachsen und spornte weltwit die antifaschistischen Kräfte an. Inosofern begann mit Stalingrad ein neues Kapitel der Weltgeschichte.

(1) Die ach so "moderne" heutige asymetrische Kriegsführung, vorbildgebend in der Antike durch die Spartaner - oder uns näher die Kamikaze Japans in der Schlacht um Okinawa im Sommer 1945 bzw. der Vietcong im Kampf gegen die USA 1968 - feierte in Stalingrad einen Höhepunkt. Hunderttausende Rotarmisten, oft halbe Kinder, gingen mit der Überzeugung des sicheren Todes an die Front und verbluteten bis zum letzten Mann. Das Entsetzen der gleichfalls jungen dt. Soldaten war grenzenlos, wenn im angesichts dt. Sanitäter der schwerverletzte "Russe" mit der letzten Handgranate sich und die "Deutschen" in die Luft sprengte.


(2) Zu keinem kriegerischen Geschehen liegt eine so zahlreiche (Erinnerungs-) Literatur vor wie zu Stalingrad. Und dies von beiden Seiten. Heute, zum 75. Jahrestags der Schlacht, sind die Medien wieder fleißig mit der Bewältigung dieses "Wendepunktes" des Zweiten Weltkrieges beschäftigt.

Quellen: diverse Stichworte zum Thema auf de.wikipedia.org

Literaturtipp: Theodor Plievier, Stalingrad, Moskau 1943/44 (Köln 1983)

(Plivier war ein im sowjetischen Exil lebender dt. Anarchist, der nach dem Krieg in Westdutschland "Moskau" und "Berlin" veröffentlichte)

Fortsetzuing VIII. Der Kampf um den Kaukasus und seinem Öl

https://projekt3kw.wordpress.com/2017/02/25/unternehmen-barbarossa







<< Zurck
Ja, auch diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz