Symbolische Besetzung des Friedhofes des ehemaligen Arbeitshauses Rummelsburg


31.05.11
AntifaschismusAntifaschismus, Soziales, Bewegungen, Berlin 

 

von Arbeitskreis „Marginalisierte - gestern und heute“

Gegen das Vergessen und Verschweigen! 

 
Wir stellen uns gegen ein staatlich gefördertes Vergessen und Verschweigen der unter dem Stigma „asozial“ subsumierten, diskriminierten, kriminalisierten, ausgegrenzten, verfolgten, gequälten und speziell durch die Nazis gezielt auch ermordeten Menschen.

Wir fordern deshalb einen STOPP der Privatisierung der authentischen Orte von Nazi-Verbrechen sowie deren Erhalt als geschichtsträchtige Zeitzeugen des Umgangs u.a. mit sozialer Ausgrenzung.

Am heutigen Dienstag haben wir, der Arbeitskreis „Marginalisierte- gestern und heute“, ab 11.00 Uhr den neben einem Verwaltungsgebäude letzten noch nicht privatisierten Teil des ehemaligen Rummelsburger Arbeitshauses, den Friedhof, symbolisch besetzt und abgesperrt (Hauptstraße, Ecke G.- Löwensteinstraße, 10317 Berlin).

Das Erinnern und Gedenken an authentischen Orten ist unverzichtbarer Bestandteil im Kampf gegen Kontinuitäten sozialer Ausgrenzung, gegen Rassismus, Sozialdarwinismus und Sozialchauvinismus.

Sie stehen als Mahnung und Warnung für den Umgang mit Menschen, die als „unwert, „unnütz“ und „unangepasst“ stigmatisiert wurden oder heute z.b. als „integrationsunwillig“ bzw. „–unfähig“ denunziert und diskriminiert werden.

Damals wie heute soll von den Ursachen und Profiteur_innen sozialer Ausgrenzung als auch den staatlichen Behörden sowie deren Helfershelfer_innen als verlängerter Arm repressiver Politik abgelenkt werden.

Den Opfern rassistischer und sozialer Diskriminierung wird in zynischer Art und Weise selbst die Schuld für ihre Situation zugeschoben. Sie werden zum medialen Freiwild erklärt, öffentlich denunziert, angespuckt, verletzt und sogar ermordet. Bedient wird sich dabei immer offener menschenfeindlicher Ungleichwertigkeitsvorstellungen a la Sarrazin. Das nehmen wir nicht hin!

Es gilt heute, hier und jetzt dagegen offensiv vorzugehen. Diese Besetzung war ein Anfang! Zum Gedenken des Arbeitskreises an die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ durch die Kriminalpolizei am 13. Juni 1938, die symptomatisch für den offiziellen Beginn der „Asozialenverfolgung“ durch das Nazi-Regime steht, findet deshalb am 5. Juni ab 14.00 Uhr vor den ehemaligen Verwaltungsgebäuden, Hauptstraße 8, unsere alljährliche Gedenkveranstaltung statt.

Für ein  solidarisches, selbstbestimmtes und friedliches Zusammenleben ohne Ausgrenzungsmechanismen!

Wir fordern! SOFORT! Stopp der Privatisierung der restlichen Objekte der Arbeitshäuser Rummelsburg!

Archäologische Probegrabungen auf dem Friedhofsgelände sowie intensive Forschungen in allen Archiven zur Geschichte der Rummelsburger Arbeitshäuser und den Schicksalen der inhaftierten Opfer! Einrichtung eines Runden Tisches zur Gewährleistung eines würdigen Gedenk-, Lern- und Forschungsortes zum Thema soziale Ausgrenzung – Ursachen, Verursacher und Folgen mit Schwerpunkt auf die Zeit der Verfolgung und Ermordung sogenannter Asozialer durch das Nazi-Regime!

www.marginalisierte.de

 


VON: ARBEITSKREIS „MARGINALISIERTE - GESTERN UND HEUTE“






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