Kolonialismus und Rassismus: Herrenrasse und Rassenwahn.


Bildmontage: HF

31.01.18
AntifaschismusAntifaschismus 

 

Von Reinhold Schramm

»Kommentar Humboldt Forum in Berlin. Weg mit den kolonialen Souvenirs. Koloniale Beute soll das wiedererrichtete Berliner Schloss füllen. Man sollte sie Stück für Stück wieder zurückgeben – bis die ganze Betonattrappe leer ist.«

Vgl. Tageszeitung, taz.de *

Kommentar

“Es handelt sich im Wesentlichen um Souvenirs von Kolonialreisenden“

Aus der ungeschriebenen deutschen und britischen Geschichte:

Mein verstorbener Vater, jüdischer Herkunft, verbrachte als Jugendlicher unfreiwillig mit der NS-Gefolgschaft, nach Kriegsbeginn 1939, mehrere Jahre in einem britischen Internierungslager, nahe bei Johannesburg.

Er erzählte mir, dass die deutschen Herrenmenschen, im britischen Internierungslager, nicht ihre Unterkünfte und Baracken reinigen mussten. Diese Arbeit wurde von auswärtigen schwarzafrikanischen Arbeitskräften verrichtet. Eines Tages, vor dem gemeinsamen Verlassen der Unterkunft, hinterließ ein NS-Gefolgsmann, vor Reinigungsbeginn, zwei Zigaretten auf einem Tisch.

Nach der erfolgten Reinigung der Unterkunft und bei der Rückkehr der NS-Lagerinsassen, da fehlten die zuvor (vorsätzlich) auf dem Tisch abgelegten Zigaretten. Der so ‘bestohlene’ NS-Aktivist meldete den Diebstahl bei der Lageraufsicht.

In Folge dieser Anzeige wurde die für die Barackenreinigung zuständige schwarzafrikanische Arbeitskraft festgenommen und sein Körper wurde mit der Nilpferdpeitsche in blutige Streifen zerschlagen. Nach der Erinnerung meines Vaters wurde der blutüberströmte Körper des Schwarzafrikaners über den Boden weggezogen. Danach hatte er diesen zerschlagenen Menschen nie mehr gesehen. Vermutlich war er an dieser vorsätzlichen und barbarischen Misshandlung gestorben?!

Auch nach mehr als sechzig Jahren überfiel meinen Vater noch im Schlaf der Schrecken der Erinnerung. Als inhaftierter Jugendlicher, jüdischer Herkunft, hatte er keine Möglichkeit gegen die inhaftierten NS-Faschisten vorzugehen. Die NS-Inhaftierten, in dem britisch-südafrikanischen Internierungslager, bestimmten auch noch mitentscheidend das Lagerleben, unter der britischen Besatzung in Südafrika.

Die britische Besatzung in Südafrika teilte mit den inhaftierten NS-Deutschen und dem späteren offiziellen südafrikanischen Apartheidregime, ihre kolonialistische und rassistische Grundeinstellung.

 

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 29.01.2018: Kommentar Humboldt Forum in Berlin. Weg mit den kolonialen Souvenirs. Koloniale Beute soll das wiedererrichtete Berliner Schloss füllen. Man sollte sie Stück für Stück wieder zurückgeben – bis die ganze Betonattrappe leer ist. Ein Kommentar von Gereon Asmuth. »Eine Ausstellung als Aufgabe – im doppelten Wortsinn. Startet Forschungsprojekte, sucht passende Sponsoren und macht den Rücktransport zum gesellschaftlichen Event. Für. Jedes. Einzelne. Stück. Bis das Schloss irgendwann wieder leer ist. Das wäre ein angemessener Umgang mit diesem Teil deutscher Geschichte.«

www.taz.de/Archiv-Suche/!5477801&s=Kolonialismus/

 

30.01.2018, Reinhold Schramm







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