Rassismus entgegentreten – besonders im Wahlkampf!

09.08.17
AntifaschismusAntifaschismus, Politik, News 

 

Von Aktion Sühnezeichen

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste warnt vor Diffamierungen von Eingewanderten und Geflüchteten im Bundestagswahlkampf.

Inzwischen hängen in fast allen Bundesländern Wahlplakate für die Bundestagswahl. Der Wahlkampf hat begonnen und damit kommen noch stärker polarisierende Debatten über Zuwanderung und den Umgang mit Geflüchteten auf die politische Tagesordnung. Besonders die AfD tritt weiter mit Slogans an die Öffentlichkeit, die Rassismus gegenüber Geflüchteten, Muslim*innen und Zugewanderten schüren. Sie suggerieren eine Gesellschaft in der Eingewanderte und vermeintlich Andere nicht dazu gehören und lassen damit rassistische Ressentiments mit politischer Meinungsäußerung verschwimmen. Ein Beispiel ist das Plakat, das eine schwangere Frau mit der Überschrift Neue Deutsche? Machen wir selber! zeigt.

Jutta Weduwen, Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), warnt vor Rassismus im Wahlkampf und der rhetorischen Konstruktion einer homogenen deutschen Volksgemeinschaft, die besonders Eingewanderte ausschließt: „ Zu unserer Gesellschaft gehören Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, die sich auch als Neue Deutsche bezeichnen, gleichberechtigt dazu. Die AfD konstruiert ein völkisches Wir, das suggestiv zwischen Herkunftsdeutschen und Einwanderern unterscheidet. Wir, das ist für mich die Einwanderungsgesellschaft, die von Zugewanderten und Alteingesessenen gemeinsam gestaltet wird. Rassismus schadet uns allen. Darüber hinaus dürfen wir besonders auch im Wahlkampf nicht aus dem Blick verlieren, dass Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut fliehen, Schutz brauchen, sowohl auf dem Fluchtweg als auch in sicheren Aufnahmeländern“. ASF-Vorstandsmitglied Jakob Stürmann ergänzt: „Der Wahlkampf wird dominiert vom Thema Innere Sicherheit. Nicht nur innerhalb der AfD werden hierbei Rassismen bedient, die Plakate der AfD sind aber ein neuer Tiefpunkt in der Debatte. Hier wird in besonders menschenverachtender, sexistischer und rassistischer Weise Stimmung gemacht. Ziele der AfD sind das Schüren von Rassismus und die weitere Polarisierung der gesellschaftlichen Debatte. Rassismus, Sexismus und die Verbreitung von Hass sind hierbei Teil des Programms. Das sollte allen bewusst sein, die die AfD immer noch als vermeintliche politische Alternative betrachten“.

Vorstand und Geschäftsführung betonen aber gleichzeitig, dass der Wahlkampf nicht nur ausgrenzende und rassistische Slogans hervorbringe. ASF begrüßt kreative politische, zivilgesellschaftliche und kirchliche Kampagnen, die den Wahlkampf begleiten und sich durch eigene Plakate, Veranstaltungen und Verlautbarungen für Vielfalt, Inklusion und Menschenfreundlichkeit engagieren.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste engagiert sich mit Freiwilligendiensten, Bildungsarbeit und Kampagnen gegen Antisemitismus, Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Der Arbeitsbereich „Geschichte(n) in der Migrationsgesellschaft“ öffnet den Dialog über Geschichte in der Einwanderungsgesellschaft. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R), deren Trägerin ASF ist, berät und informiert über den Umgang mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Freiwillige engagieren sich in vielfältiger Weise für die Aufnahme von Geflüchteten und die Gestaltung der Migrationsgesellschaft.







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