Internationales Sommerlager von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in der Gedenkstätte Flossenbürg

08.08.17
AntifaschismusAntifaschismus, Bayern, News 

 

Von Aktion Sühnezeichen

Vom 13.08.- 25.08.2017 wird erstmals ein internationales Sommerlager in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg stattfinden. In verschiedenen Workshops und unter inhaltlicher Begleitung der pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte setzen sich die Teilnehmenden des Sommerlagers mit der Geschichte des Ortes Flossenbürg auseinander und leisten außerdem Hilfsarbeiten durch die Pflege der Datenbank der Gedenkstätte.

Die Gedenkstätte Flossenbürg bietet den Teilnehmenden einen Raum für Diskussionen rund um das Thema „Erinnerungskultur“. Am historischen Ort nähern sich die Teilnehmer*innen der Vergangenheit an, bringen ihre Beobachtungen und Erfahrungen ein und reflektieren bestehende Geschichtsbilder gemeinsam. Durch die Arbeit mit der Datenbank lernen sie die Lebensgeschichten und die Schicksale einzelner Menschen, die in Flossenbürg inhaftiert waren, kennen. Mehr als 70 Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft werden die Teilnehmenden versuchen, eigene Antworten auf die Frage „Wie gehen wir heute mit der Vergangenheit um?“ zu finden. Der „Lernort Flossenbürg“ ist ein Raum, in dem Prozesse des historischen Lernens angestoßen und offen, kommunikativ und auf vielfältige Weise begleitet werden.

Der Ort Flossenbürg, in der Oberpfalz gelegen, befindet sich lediglich einige Kilometer von der tschechisch-deutschen Grenze entfernt. Im Jahr 1938 errichtete hier die SS ein Lager mit dem Ziel, die Häftlinge durch Zwangsarbeit im Granit-Steinbruch auszubeuten. Ab 1943 wurde das Lager zum Rüstungsstandort der Firma Messerschmitt. Rund 100.000 Häftlinge aus 35 Ländern befanden sich im Konzentrationslager Flossenbürg und seinen Außenlagern. Mindestens 30.000 Gefangene überlebten das Lager nicht.

Gefördert wird dieses Sommerlager in Flossenbürg durch die Evangelische Kirche von Westfalen.

 

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste trägt seit 1958 im Rahmen von kurz- und langfristigen Freiwilligendiensten zu Frieden und Verständigung bei, setzt sich für Menschenrechte ein und sensibilisiert für die Auswirkungen der nationalsozialistischen Geschichte. Jährlich absolvieren rund 180 Freiwillige in 13 Ländern ihren langfristigen Friedensdienst. Die Sommerlagerarbeit von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste begann 1962 mit Arbeitseinsätzen von Freiwilligen beim Enttrümmern zerstörter Kirchen in Magdeburg. Seitdem haben tausende junge und ältere Menschen in Ost- und Westeuropa, Israel und den USA in internationalen, intergenerativen und/oder inklusiven zwei- bis dreiwöchigen Sommerlagern beim Erhalt jüdischer Friedhöfe, bei der Renovierung von Wohnungen für ehemalige NS-Zwangsarbeiter*innen oder bei Arbeitseinsätzen an den Anlagen von NS-Gedenkstätten mitgewirkt. Zu den Schwerpunkten des Vereins gehört auch die Auseinandersetzung mit der Vermittlung der NS-Geschichte im Einwanderungsland Deutschland.

 







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