Valencia gedenkt des Kongresses, auf dem vor 80 Jahren die Schriftsteller „ihre Federn gegen den Faschismus erhoben“

23.07.17
AntifaschismusAntifaschismus, Internationales, Bewegungen, News 

 

Von KFSR

Die Stadt Valencia gedenkt an diesem Dienstag, dem 04. Juli, des 80. Jahrestages des II. Internationalen Schriftstellerkongresses zur Verteidigung der Kultur, der 1937 in diesem Parlamentssaal über hundert Intellektuelle vereinte, „die ihre Stimme gegen die Intoleranz und ihre Federn gegen den Faschismus erhoben“. So hat es der Präsident der Generalitat, Ximo Puig, zusammengefasst. Das Treffen wurde vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges durchgeführt und während Valencia den Status als Hauptstadt der II. Republik innehatte, als „Hauptstadt der Würde“, wie er sagte.

An der Gedenkveranstaltung, die im selben Stadtparlamentssaal stattfand, der auch die Schriftsteller be­herbergte, nahmen der Bürgermeister der Stadt, Joan Ribó, und Carmen Negrín, die Enkelin von Juan Negrín, dem Ministerpräsidenten der II. Republik, teil, sowie zahlreiche Politiker aller Farben. Eine Teil­nahme des britischen Historikers Paul Preston war vorgesehen, jedoch konnte dieser wegen gesund­heitlicher Probleme nicht anwesend sein und hat eine Videobotschaft gesandt. Außerdem wurde ein Auszug aus einem Vortrag verlesen, den er für diesen Anlass vorbereitet hatte.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass dieser Kongress eines der bedeutendsten Ereignisse war, die in diesem Saal, der damals erst kurz zuvor von der nationalen Seite bombardiert worden war, stattfanden, denn der Kongress ging über den engen Bereich der Kultur hinaus, um sich angesichts des Krieges in einen großen Akt der Brüderlichkeit und liebevollen Solidarität zu wandeln. Er wies darauf hin, dass sich mehr als hundert Intellektuelle vereinten in Verteidigung der Werte gegen die Barbarei eines Landes, das einen seiner größten Poeten, Federico García Lorca, ermordet hatte und in dem man „Welt-Valencianer“ wie Miguel Hernández Repressalien unterwerfen würde.

So hörte man – angesichts der Gleichgültigkeit oder gar direkten Unterstützung der Feinde der Freiheit seitens der Großmächte – aus Valencia den Aufschrei der Intellektuellen und der Kräfte der Kultur an die ganze Welt, mit den Stimmen von Rafael Alberti, Teresa León, Miguel Hernández, Luis Buñuel, Max Aub, Malraux, Pablo Neruda, Tristan Tzara, Ernest Hemingway, Carles Salvador oder Luis Cernuda, sowie von Vertretern der Internationalen Brigaden.

Nach 40 Jahren der Franco-Diktatur, von Unterdrückung und Schweigen, entspringt diese Gedenk­veranstaltung der Notwendigkeit der Wiedergewinnung des zum Verstummen gebrachten Gedächt­nisses, der notwendigen Reflexion über die Rolle der Intellektuellen angesichts der neuen Bedrohungen, die sich heute den Kulturschaffenden zeigen, und über die Gesellschaft im Allgemeinen; neue Bedrohungen entsprechend den neuen Zeiten.

Puig hob auch die Notwendigkeit hervor, die historische Bedeutung jenes Momentes wieder anzu­erkennen und welche Bedeutung die Zusammenkunft einer so bedeutenden Zahl von Schriftstellern für ein Land im Krieg hatte; von Schriftstellern, die sich gegen die Barbarei stellten; von Schriftstellern aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Sprachen, kulturellen Traditionen und politischen Positionen, aber mit einer gemeinsamen Sorge um die bedrohte Weltkultur.

In diesem Sinne hob er die Symbolik hervor, die diese Gedenkveranstaltung für die Demokraten und für die Verteidiger der Aufklärung gegen die Barbarei hat. Es geht nicht darum, mit nostalgischem oder nur geschichtlichem Charakter an dieses Treffen zu erinnern, sondern an seine positiven Inhalte mit hunderten Intellektuellen, die die Kultur als höchstes Gut verteidigten.

Übersetzung: Marguerite Bremer.

Quelle: www.infolibre.es, 04.07.2017;







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