Sommerlager von Aktion Sühnezeichen - Friedensdienste in Italien

22.08.17
AntifaschismusAntifaschismus, Internationales, News 

 

Von Aktion Sühnezeichen

Vom 27.08.-10.09.2017 findet in Montemaggio und Sant’Anna di Stazzema in der Toskana ein internationales Sommerlager von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste statt. Nur wenige verbinden mit der Kulturlandschaft in Mittel-Italien jene Verbrechen, die die Zivilbevölkerung im August 1944 in Sant'Anna erlitt. Soldaten der Waffen-SS und der Wehrmacht umstellten die Siedlungen des Dorfes und ermordeten über 500 Menschen. Ziel des Sommerlagers ist es, der Opfer zu gedenken und die Erinnerung an die Menschen des Dorfes in den Apuanischen Alpen wachzuhalten.

Im Mittelpunkt des internationalen Begegnungsprojektes steht die Auseinandersetzung mit den Ereignissen in Sant'Anna di Stazzema und ihrer Bedeutung für die italienische Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg. Die 25 Teilnehmenden werden Organisationen kennenlernen, die sich für Sant'Anna als Erinnerungsort einsetzen. In Montemaggio erfahren sie, wie der Ort an den Widerstand italienischer Partisanen erinnert. Workshops, Exkursionen sowie Gespräche mit Zeitzeug*innen eröffnen die Möglichkeit, Wissen über die Kollaboration des nationalsozialistischen Deutschlands mit dem Italien Mussolinis zu erlangen.
In der Zusammenarbeit mit Kunsthistoriker*innen und Performancekünstler*innen gibt das Sommerlager Einblicke in das Verhältnis zwischen Kunst und Macht, das sich nicht nur in Italien nachzeichnen lässt. Durch einfache praktische Arbeiten tragen die Teilnehmenden dazu bei, Sant'Anna und Montemaggio als Erinnerungsorte zu bewahren und die Opfer der Massaker nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Das Haus „Casa Giubileo“ befindet sich in der ländlichen Toskana, in der Provinz Siena. Früher war dieses Haus Kulisse für das „Massaker von Montemaggio“, wo 19 Partisanen von der faschistischen Miliz ermordet wurden. Heute ist das Casa Giubileo ein didaktisches Zentrum und Gästehaus.

Das Sommerlager findet dank einer Förderung durch das Programm Europa für Bürgerinnen und Bürger statt.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste trägt seit 1958 im Rahmen von kurz- und langfristigen Freiwilligendiensten zu Frieden und Verständigung bei, setzt sich für Menschenrechte ein und sensibilisiert für die Auswirkungen der nationalsozialistischen Geschichte. Jährlich absolvieren rund 180 Freiwillige in 13 Ländern ihren langfristigen Friedensdienst. Die Sommerlagerarbeit von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste begann 1962 mit Arbeitseinsätzen von Freiwilligen beim Enttrümmern zerstörter Kirchen in Magdeburg. Seitdem haben tausende junge und ältere Menschen in Ost- und Westeuropa, Israel und den USA in internationalen, intergenerativen und/oder inklusiven zwei- bis dreiwöchigen Sommerlagern beim Erhalt jüdischer Friedhöfe, bei der Renovierung von Wohnungen für ehemalige NS-Zwangsarbeiter_innen oder bei Arbeitseinsätzen an den Anlagen von NS-Gedenkstätten mitgewirkt. Zu den Schwerpunkten des Vereins gehört auch die Auseinandersetzung mit der Vermittlung der NS-Geschichte im Einwanderungsland Deutschland.







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